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Dr. Martin Luthers Reformationsschriften des Jahres 1520

«An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung» – «Von der Babylonischen Gefangenschaft. Ein Vorspiel» – «Von der Freiheit eines Christenmenschen»

Horst Jesse

Der Autor thematisiert und kommentiert die drei Reformationsschriften Martin Luthers aus dem Jahr 1520. Mit diesen Schriften gab der Reformator einen Anstoß zur Reinigung der kirchlichen Missstände in der römisch-katholischen Kirche und der Christenheit und stellte Reformpläne als Lebensanweisungen für den biblischen Glauben und für eine christliche Ethik auf. Auf die biblisch-theologischen Schriften antwortete die römisch-katholische Kirche erst mit dem Konzil von Trient (1545–1563). Luthers drei Reformationsschriften sind auch heute eine wichtige Basis im Gespräch der Gläubigen mit der Welt und mit ihrem Glaubensleben darin, wie auch in den Ökumenischen Gesprächen der Kirchen und Religionen.
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A) Zeitanalyse

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A)Zeitanalyse

1)Geschichtlich-politische Situation in Europa und im Deutschen Reich

Dr. Martin Luthers Leben fällt in die Zeit dreier deutscher Kaiser. Als er 1483 in Eisleben zur Welt kommt, herrscht der Habsburgische Kaiser Friedrich III. (1440–1493), der nur durch seine Heiratspolitik Geschichte machte. Sein Sohn Maximilian I. (1493–1519) wird schon von den Zeitgenossen als „der letzte Ritter“ einer zu Ende gehenden Epoche angesehen. 1492 entdeckt Christoph Columbus den Südamerikanischen Kontinent. Kaiser Maximilian heiratet Maria von Burgund und erbt Burgund und damit die Feindschaft mit Frankreich, die von nun an die politischen und kirchlichen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und dem Papsttum bestimmt. Seine 1495 beschlossene Reichsreform kann der Kaiser nicht zu Lebzeiten verwirklichen. Trotzdem leitet er durch sie die Reichsteuer, den sogenannten „gemeinen Pfennig“, eine wichtige Neustrukturierung des Reiches, ein. Gleichzeitig fordert er wegen mangelnder Finanzen die „Matrikularbeiträge“ der deutschen Territorien ein. Angesichts der fortdauernden Finanznot des Reiches kann er keine straffe Leitung des Reiches gestalten und auch kein stehendes Heer aufstellen. Dagegen gelingt Kaiser Maximilian I. 1495 eine Rechtsreform des Reiches durch die Errichtung eines Reichskammergerichts als dem höchsten Gericht des Reiches, das das Faustrecht einschränkt. Damit beginnt sich langsam die entstehende Zentralgewalt des Reiches zu festigen. Kulturpolitisch legt er die Basis zur Förderung des Humanismus und der Dichtkunst und damit die Grundlage der deutschen Kunst, Kultur und Sprache.

Kaiser Karl V. (1519–1552/55) geht aus der Ehe...

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