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Dr. Martin Luthers Reformationsschriften des Jahres 1520

«An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung» – «Von der Babylonischen Gefangenschaft. Ein Vorspiel» – «Von der Freiheit eines Christenmenschen»

Horst Jesse

Der Autor thematisiert und kommentiert die drei Reformationsschriften Martin Luthers aus dem Jahr 1520. Mit diesen Schriften gab der Reformator einen Anstoß zur Reinigung der kirchlichen Missstände in der römisch-katholischen Kirche und der Christenheit und stellte Reformpläne als Lebensanweisungen für den biblischen Glauben und für eine christliche Ethik auf. Auf die biblisch-theologischen Schriften antwortete die römisch-katholische Kirche erst mit dem Konzil von Trient (1545–1563). Luthers drei Reformationsschriften sind auch heute eine wichtige Basis im Gespräch der Gläubigen mit der Welt und mit ihrem Glaubensleben darin, wie auch in den Ökumenischen Gesprächen der Kirchen und Religionen.
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Vorwort

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Der 31. Oktober 1517, an dem Dr. Martin Luther seine 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg anschlug, wird als der Tag der Reformation in der Geschichte der Evangelischen Lutherischen Kirche weltweit gefeiert wie auch in politischen Ländern der Welt, so Slowenien u. a., die, angestoßen durch Luthers deutsche Bibelübersetzung, ihre eigene Nationalsprache entdeckten und als Schriftsprache auch ausformulierten.

Die Reformation ist eingebettet in die Neugestaltung Europas seit der Entstehung der Nationalstaaten: England, Frankreich, Skandinavien und Polen gegenüber dem Habsburgerreich. Im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation erstarken unter der Herrschaft der habsburgischen Kaiser die deutschen Territorialgebiete des Reiches. Die bisherige Einheit von Staat und Kirche zerbrach durch die entstehenden Nationalstaaten und ihre kirchlichen Reformbewegungen, so dass sich das Verhältnis von Kirche und Staat in den einzelnen europäischen Staaten und vor allem im deutschen Reich neu zu bestimmen begann.

Kirchengeschichtlich wurde das Papsttum durch das päpstliche Schisma von Rom und Avignon mit seinen vielen Päpsten und Gegenpäpsten geschwächt. Erst das Basler Konzil (1431–1449) stellte die päpstliche Einheit in Rom wieder her. Die Reform der Kirche an Haupt und Gliedern bleibt seit dem 11. Jahrhundert das beherrschende Thema Europas.

Geistesgeschichtlich schufen die humanistischen Gelehrten Erasmus von Rotterdam, Thomas Morus u. a. ein neues Lebensgefühl mit einem eigenständigen Menschen- und Weltbild, das nicht mehr dem biblischen entsprach. Die Renaissancekünstler Michelangelo, Raffael, Albrecht Dürer u. a. stellten ihre Kunst...

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