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Fachdidaktik Deutsch – Rückblicke und Ausblicke

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Hartmut Jonas and Marina Kreisel

Der Sammelband vereinigt Beiträge über Entwicklungen, Positionen und aktuelle Probleme der Deutschdidaktik. Besonderen Wert legen die Autoren auf den historisch-vergleichenden Aspekt der Deutschdidaktik/West und der Deutschmethodik/Ost seit 1945. Deren Ergebnisse werden von ihnen kritisch reflektiert und funktional einbezogen, was in dieser Weise bisher kaum geschehen ist. Thematische Schwerpunkte sind dabei: Theorieentwicklung der Deutschdidaktik/-methodik seit 1945; Konzepte, Theorien und Routinen der Unterrichtsgestaltung in Gegenwart und Vergangenheit; Unterrichtsmethoden des Interpretierens, des produktiven Umgangs mit Literatur (auch des Mittelalters) und des Anfangsunterrichts; Deutschdidaktik und Didaktik der Mehrsprachigkeit.
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Funktionaler Grammatikunterricht und funktionale Grammatik. Geschichtliche Lehren und gegenwärtige Praxen

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1 Die Problemlage

Der Grammatikunterricht ist in seiner Geschichte nicht nur terminologisch, sondern auch in seiner Funktionsbestimmung sehr wechselhaft (vgl. unter einem problemorientierten Aspekt Gornik 2014 a, unter einem historischen Ossner 2014). Terminologisch findet sich Sprachlehre, Sprachkunde, Reflexion über Sprache, Nachdenken über Sprache, Sprachthematisierung, zuletzt in den Nationalen Bildungsstandards Sprache und Sprachgebrauch untersuchen (Kultusministerkonferenz 2003), womit immer bestimmte Nuancierungen bzw. Ausrichtungen signalisiert werden. Periodisch wird seine Abschaffung – wegen Nutzlosigkeit bei Gaiser (1950), aus neurophysiologischen Gründen bei Ingendahl (1999) – verlangt, wie er aber auch auf der anderen Seite als Heilmittel vor allem zum besseren Schreiben gepriesen wird. Versuche, ihn wie ein Sachfeld analog etwa zur Geographie oder zur Physik zu begründen und zu strukturieren, wie dies zuletzt die „Grammatikwerkstatt“ (Eisenberg/Menzel 1995) propagiert hat, scheitern an der Einsicht, dass echte Sachfächer helfen, die Welt um uns zu erklären, im Gegensatz zur Grammatik, die weder die Welt um uns, noch in uns zu erklären modelliert wird, sondern als Instanz für ‚richtige Sprache‘ auftritt. Als solche hat sie aber gegenwärtig ihre Autorität verloren und die Grammatikschreibung bemüht sich, Varianten über Varianten und Varietäten über Varietäten anzuführen.

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