Show Less
Restricted access

Audi-Werbung 1909–1965

Eine medienwissenschaftliche Analyse

Marta Potuzniková

Das Buch untersucht die Geschichte eines der großen Automobilhersteller und der traditionsreichen Marke Audi erstmals im Spiegel ihrer Werbung. Die Autorin versteht Audi-Werbung als Kulturgut, das als zeitgeschichtliches Phänomen die Erforschung der Kulturgeschichte ermöglicht. Als Kulturfaktor vermittelt diese außerdem Lebensstile, Ideologien und Trends. Unter Berücksichtigung der konkreten Unternehmens- und Markengeschichte über einen längeren Zeitraum zeigt die Autorin zudem, dass Werbung als Dokument nicht nur des Kultur-, sondern auch des Unternehmens- und Markenwandels betrachtet werden kann.
Show Summary Details
Restricted access

3 Werbung und Marke

Extract

3  Werbung und Marke

3.1  Historischer Rückblick: Bedeutung der Marke

Das Problem der anonymen Märkte erkannten Unternehmer wie August Oetker oder Fritz Henkel, die die industrielle Massenproduktion mit einem hohen Qualitätsbewusstsein zu verbinden suchten, dies deutlich nach außen kommunizierten […] und darüber die Händler- und Kundenbeziehungen im Sinne eines engen Vertrauensverhältnisses neu gestalten wollten.214

In diesem Zusammenhang, so Alexander Schug, war die Marke das wesentliche Konzept. Ende des 19. Jahrhunderts war die Definition des Markenartikels nicht sehr konkret; man verstand darunter alle markierten Produkte im Gegensatz zu den unverpackten und namenlosen. Mit der Markierung eines Produktes und der dadurch entstandenen Abweichung von anderen Waren versprachen die Hersteller Gleichbleibendes, wie zum Beispiel in Bezug auf Qualität oder Menge. Manche versuchten, als Markenbezeichnung ihren eigenen Namen zu nutzen, um damit die Qualität des Produktes zu untermauern. In den 1920er Jahren wurde die Definition spezifiziert, indem immaterielle, elementare Wertedimensionen der Marke hinzukamen. Die Marke sollte Lebensstile sowie Bedeutungsinhalte des Produkts vermitteln. Ein Merkmal wie Qualität allein reichte nicht mehr aus und die Hersteller benötigten neue Wertedimensionen, um Kaufanreize zu schaffen.215 Mit Verweis auf Hass, Mataja und Conrad stellt Schug fest:

Diese „Sinnbeilegung“ bildet […] in der weiteren Entwicklung ein wesentliches Element in der Waren- und Konsumkultur. Werbung und Markenartikel gehören damit originär zusammen. Sie prägten maßgeblich die „deutschen Oberflächenstrukturen“ bzw. die nationale visual history. Deutlicher als je zuvor schuf die Werbung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.