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Wer hat das Recht zur rechtlichen Vaterschaft?

Vorschlag zur Neugestaltung der rechtlichen Stellung des biologischen Vaters im Abstammungsrecht bei Bestehen einer sozial-familiären Beziehung zwischen Kind und rechtlichem Vater

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Sandra Schröder

Sandra Schröder befasst sich mit dem Abstammungsrecht, das ein Kind juristisch seinen Eltern zuordnet. Da dieses Recht allen weiteren kindschaftsrechtlichen Fragen logisch vorgeschaltet ist, kommt dem Abstammungsrecht eine besondere Bedeutung zu. Die Autorin untersucht die abstammungsrechtliche Zuordnung des Kindes zu seinem Vater unter Rückgriff auf interdisziplinäre und rechtshistorische Aspekte sowie anhand der Analyse des geltenden Abstammungsrechts. Ihrer Ansicht nach besteht konkreter gesetzgeberischer Handlungsbedarf, da viele Fragen noch ungeklärt sind. Eine dementsprechende Handlungsempfehlung für den Gesetzgeber ist Bestandteil des Buches.
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1. Teil: Einführung in die Problematik

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Zunächst soll in die Problematik, die der vorliegenden Arbeit zugrunde liegt, eingeführt werden. Dabei geht es um die Festlegung und Definition der verwendeten Begrifflichkeiten sowie die Darstellung der familiären Konstellationen, welche die Verfasserin für die Bearbeitung zugrunde legt. Im Anschluss wird die rechtliche Problematik dieser familiären Situationen umrissen sowie deren Relevanz aufgezeigt, um danach die Zielsetzung und den Gang der Untersuchung vorzuzeichnen.

A.   Begrifflichkeiten und familiäre Ausgangssituationen

Der biologische Vater, der durch Zeugung des Kindes diese Position innehat, ist von dem rechtlichen Vater, der einzig durch Erfüllung eines Tatbestands des § 1592 Nr. 1–3 BGB seine Vaterstellung einnimmt3, und von dem sozialen Vater, der außerhalb des rechtlichen Rahmens seine Vaterposition durch Ausübung der Vaterrolle erhält, abzugrenzen. Im „Idealfall“ vereinigt ein und derselbe Mann alle drei Vaterpositionen in sich. Der Ehemann zeugt die Kinder seiner Ehefrau (biologischer Vater), kümmert sich um sie (sozialer Vater) und ist auch vor dem Gesetz aufgrund der Ehe mit der Kindsmutter als Vater legitimiert (rechtlicher Vater) oder der biologische Vater eines Kindes erkennt die Vaterschaft an oder wird gerichtlich als Vater festgestellt (rechtlicher Vater) und kümmert sich um das Kind (sozialer Vater). Von diesem „Idealfall“ gibt es jedoch eine Reihe von Ausnahmen. In der vorliegenden Untersuchung werden die Familienkonstellationen mit einem rechtlich-sozialen und einem biologischen Vater als Anknüpfungspunkt gewählt.

I.   Biologischer Vater

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