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Wer hat das Recht zur rechtlichen Vaterschaft?

Vorschlag zur Neugestaltung der rechtlichen Stellung des biologischen Vaters im Abstammungsrecht bei Bestehen einer sozial-familiären Beziehung zwischen Kind und rechtlichem Vater

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Sandra Schröder

Sandra Schröder befasst sich mit dem Abstammungsrecht, das ein Kind juristisch seinen Eltern zuordnet. Da dieses Recht allen weiteren kindschaftsrechtlichen Fragen logisch vorgeschaltet ist, kommt dem Abstammungsrecht eine besondere Bedeutung zu. Die Autorin untersucht die abstammungsrechtliche Zuordnung des Kindes zu seinem Vater unter Rückgriff auf interdisziplinäre und rechtshistorische Aspekte sowie anhand der Analyse des geltenden Abstammungsrechts. Ihrer Ansicht nach besteht konkreter gesetzgeberischer Handlungsbedarf, da viele Fragen noch ungeklärt sind. Eine dementsprechende Handlungsempfehlung für den Gesetzgeber ist Bestandteil des Buches.
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6. Teil: Schlussbetrachtung

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Abschließend werden die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst. Es folgen eine Gesamtbilanz sowie ein Ausblick auf die möglichen weiterführenden Forschungsfelder.

A.   Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse

Die Vaterschaft vereinigt soziale, biologische und rechliche Aspekte in sich. Probleme sind immer dann vorprogrammiert, wenn sich die drei Aspekte der Vaterschaft auf mehr als nur einen Mann verteilen, wobei sich die Untersuchung auf die Konkurrenz zwischen rechtlich-sozialem und biologischem Vater innerhalb des Abstammungsrechts konzentriert hat. Da das geltende Abstammungsrecht, grob betrachtet, die Familienkonstellation mit einem rechtlich-sozialen und einem biologischen Vater aus Sicht des biologischen Vaters unbefriedigend löst, bedurfte es einer tiefgehenden Untersuchung, ob diese Ungleichbehandlung hinzunehmen ist oder ob Lösungsansätze, bei denen beide Vaterpositionen zufriedenstellend berücksichtigt werden, entwickelt werden können und sollten.

Die sozialhistorische Entwicklung des Vaterbildes in unserer Gesellschaft zeigt, dass heute ein engagierteres und an seinem Kind interessierteres Vaterbild besteht als noch vor einigen Jahrzehnten, wobei das Institut der Vaterschaft weiterhin einem steten Wandel unterworfen ist. Auf der einen Seite dominiert weiterhin das Bild der traditionellen bürgerlichen Kernfamilie, auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl alternativer Familienformen, die rechtlich noch wenig Berücksichtigung finden. Diese Wandlungstendenzen sind Indiz für einen rechtlichen Reformbedarf. Hierbei muss das Phänomen mehrfacher Vaterschaften stärker berücksichtigt werden. Die soziobiologischen und bindungstheoretischen Annahmen erklären, dass sowohl biologische als auch soziale Aspekte der Vaterschaft beim Mann Vateridentität bewirken können. Daher kann aus interdisziplinärer Sicht...

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