Show Less
Restricted access

Der Rechtsrahmen für Vorstandsvergütungen in Deutschland und Australien

Ein Rechtsvergleich

Series:

Lars Jeschke

Vorstandsvergütungen und das ihnen zu Grunde liegende Recht sind seit langem – und ohne absehbares Ende – in der Diskussion. Das Buch unternimmt einen Blick über den (nationalen) Tellerrand, wie er – zumindest in geographischer Hinsicht – weitreichender kaum sein könnte: Neben dem deutschen wird das australische Vergütungsrecht eingehend vorgestellt und rechtsvergleichend untersucht. Dabei erweisen sich die australischen Regelungen als elaboriert, von der englischen Mutterrechtsordnung weitgehend losgelöst und teils sehr innovativ. Vereinzelt vermögen die australischen Regelungen nicht nur Denkanstöße zu geben, sondern empfehlen sich, wie im Fall der 2011 eingeführten two strikes rule, zur (modifizierten) Übernahme in das deutsche Recht.
Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

Extract



A. Einführung und Ziel der Untersuchung

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften ist ein in rechtspolitischer Sicht stark emotional aufgeladenes Thema, welches in Intervallen wiederkehrend großes Medien- und Öffentlichkeitsinteresse auslöst. Zugleich ist es kein neues Thema, sah man sich doch schon in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts mit dem Problem konfrontiert, „daß Riesengehälter und Gewinnanteile ohne Rücksicht auf die Aufgaben und die Leistungsfähigkeiten der Vorstandsmitglieder und sogar dann noch geleistet wurden, wenn die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft hoffnungslos war […]“1. Die Vorschrift des § 78 AktG 1937 markiert den Anfang eines bis in die heutige Zeit fortdauernden gesetzgeberischen Strebens, Vorstandsvergütungen in einem Rechtsrahmen gleichsam einzufangen. Nicht selten veranlassen der nationale und der europäische Gesetzgeber bzw. Verordnungs- und Richtliniengeber Neuerungen, bevor Streitfragen zu den aktuellen Regeln geklärt sind, und ohne dass die Fakten Handlungsbedarf signalisieren würden.

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Situation ist es wenig verwunderlich, dass das juristische Schrifttum mittlerweile eine Fülle an Aufsätzen, Monografien, Dissertationen und anderen Abhandlungen zum Thema Vorstandsvergütung hervorgebracht hat. Vermutlich aufgrund dieser Fülle und weil das Thema immer wieder neu und intensiv diskutiert wird, ohne dass dies in angemessenem Verhältnis zu der in der Regel geringen Bedeutung der Gehälter im Hinblick auf die Gesamtausgaben der Unternehmen stünde, muss gleichsam eine gewisse themenspezifische Ermüdung in gesellschaftsrechtlichen Fachkreisen festgestellt werden. Die vorliegende Arbeit dokumentiert, dass dies auf ihren Verfasser (ohne Anma...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.