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Neagoe Basarab – Princeps Christianus

Christianitas-Semantik im Vergleich mit Erasmus, Luther und Machiavelli (1513–1523)

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Mihai-D. Grigore

Diese Studie wurde mit dem Preis der Gesellschaft zum Studium des Christlichen Ostens 2015 ausgezeichnet.

Das Buch ist ein Vergleich von Fürstenspiegeln vom Beginn des 16. Jahrhunderts: Die Lehrworte des Neagoe Basarab an Sohn Theodosius (1520), Institutio Principis Christiani des Erasmus von Rotterdam (1516), Von weltlicher Obrigkeit Martin Luthers (1523) und Il Principe Machiavellis (1513). Damit liefert der Autor einen Querschnitt der Geschichte christlicher Diskurse um das Syntagma Princeps Christianus in Europa. Diese sind deswegen repräsentativ, weil sie zum Vergleich besonders geeignete konfessionelle Konnotationen der Orthodoxie, des Katholizismus und des Luthertums aufweisen. Das Hauptaugenmerk fällt auf Neagoe Basarab, Herr der Walachei zwischen 1512 und 1521. Dieser wichtige südosteuropäische Autor wird hier vorgestellt und mit seinen drei Zeitgenossen ins Gespräch gebracht.
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Die Entstehungszeit der Lehrworte an Theodosius

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Neagoe Basarab (ca. 1482–1521) hat die Lehrworte an seinen Sohn Theodosius in den letzten Jahren seines Lebens geschrieben.390 Wie es scheint, schrieb er sie unter der Vorahnung eines frühen Todes in großer Eile. Der Fürst litt an einer unheilbaren Krankheit – vermutlich Tuberkulose391 – und versuchte mit den Lehrworten, seinem unmündigen Sohn Theodosius mit Rat zur Seite zu stehen, umso mehr da Basarab sich bewusst war, dass der Kleine als Sohn eines Usurpators mit vielen Thronrivalen und allgemeinen Widrigkeiten zu kämpfen haben würde.392

Die Lehrworte werden in den Quellen nicht erwähnt. Die Forscher glaubten, in der Chronik des Cantacuzinischen Anonymus einen Hinweis auf die Schrift gefunden zu haben, dort, wo berichtet wird, dass Neagoe Basarab ein Buch über all seine Schenkungen geschrieben hätte.393 Das bildet allerdings eine spätere Interpolation. Diese interpolierte Textpassage ist nicht in allen Fassungen des ca. 150 Jahre nach Basarabs Tod schreibenden Cantacuzinischen Anonymus anzutreffen, sondern ausschließlich in der Hs. 91 BRA. Dort heißt es, dass Neagoe Basarab

viele Kirchen und Klöster sowohl in unserem Lande als auch in anderen Ländern gebaut hat und viele andere gute Werke auf der Welt vollzogen hat, welche alle im Detail in einem Buch aufgezählt werden, das er über seine Stiftungstätigkeit geschrieben und der Heiligen Metropolie zur Aufbewahrung anvertraut hat.394 ← 111 | 112 →

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