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Goethes «Walpurgisnacht»-Trilogie

«Heidentum, Teufeltum, Dichtertum»

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Thomas Höffgen

In diesem Buch wird erstmals der werkübergreifende Walpurgisnacht-Komplex von Johann Wolfgang Goethe in seinem literarhistorischen, poetologischen und ideengeschichtlichen Gesamtzusammenhang erschlossen. Dreimal hat sich Goethe im Laufe seines Lebens mit der Sage vom Hexensabbat auf dem Blocksberg poetisch auseinandergesetzt. Dennoch blieben die bisherigen Untersuchungen auf die zwei Walpurgisnacht-Szenen des Faust (1808/1832) beschränkt. Thomas Höffgen leistet einen profunden Forschungsbeitrag zur weniger bekannten Ersten Walpurgisnacht (1799) und gelangt zu einer grundlegenden Neubewertung der weltberühmten Faust-Szenen.
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II. Stereotyp: Teufeltum

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II.  Stereotyp: Teufeltum

II.1 Faust. Der Tragödie Erster Teil: Teufelsbund und Hexensabbat

„Damit aber alle Christen / ja alle vernunfftige Menschen den Teuffel vnd sein sein Furnemmen desto besser kennen / vnnd sich darfur huten lernen / so hab ich mit Raht etlicher gelehrter vnd verstendiger Leut das schrecklich Exempel D. Johann Fausti / was sein Zauberwerck fur ein abscheuwlich End genommen / fur die Augen stellen wollen“. Historia von D. Johann Fausten, Vorred an den Christlichen Leser.

Faust I

Goethes Faust basiert auf dem berühmt-berüchtigten vorliterarischen Stoff vom angeblich historischen D. Johann Fausten. Die Hauptquelle für den Fauststoff ist der frühneuhochdeutsche Prosaroman Historia von D. Johann Fausten (1587). Jedoch existieren seit der frühen Neuzeit unzählige Varianten und Bearbeitungen, etwa die von Marlowe (ca. 1593), Widmann (1599), Pfitzer (1674) und Lessing (1759) ‚vor Goethe‘ oder Heine (1851), Turgenev (1856), Vischer (1862) und Mann (1947) ‚nach Goethe‘. Goethe selbst lernte den Stoff vom Teufelsbündner bereits als Kind kennen, jedoch nicht in literarischer Form, sondern als „Puppenspielfabel“.237 Unter welchen Umständen er das „Faustbuch“ kennenlernte, ist ungewiss. Erler vermutet, „daß er eine der billigen Jahrmarktsausgaben des in Frankfurt Christlich Meynenden gekannt hat“.238

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