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Dabeisein, Mitmachen und Mitgestalten im Wohnheimalltag

Von der Selbstbestimmung zur Aktiven Partizipation Erwachsener mit intellektueller Beeinträchtigung

Series:

Simon Christian Meier

Im Buch wird aufgezeigt, wie Aktivität und Partizipation von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung im Wohnheimalltag möglich ist. Ziel des Autors ist es, über eine ausführliche Darstellung und Beurteilung des Selbstbestimmungsbegriffes die Brücke hin zum neuen Konzept der «Aktiven Partizipation» zu schlagen. Mit Hilfe der sogenannten Konversationsanalyse wertet er ca. 90 Stunden Videomaterial aus, das über Kamerabrillen erhoben wurde. Er zeigt auf, dass Aktivität und Partizipation möglich wird, wenn zwischen den Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und den Betreuungspersonen Kooperationsverhältnisse gelingen. Diese Kooperationsverhältnisse werden von ihm systematisch erfasst, illustriert und detailliert beschrieben.
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Vorwort

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Nach dem Abschluss meiner Matura, habe ich mich dazu entschieden eine Stelle im Behindertenbereich anzutreten. Ich arbeitete in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung und wurde als sogenannter Springer eingesetzt. Diese Rolle ermöglichte, Einblick in verschiedene Wohn- und Organisationsformen im Behindertenbereich zu erlangen. Ich arbeitete auf gemeindenahen Aussenwohngruppen mit geringem Begleitaufwand und auch auf Wohngruppen in grossen Wohnkomplexen mit intensivem Pflege- und Betreuungsbedarf. In allen Abteilungen und Wohnheimen, in denen ich arbeitete, war das Thema „Selbstbestimmung“ präsent, wurde diskutiert oder umgesetzt. Damals erkannte ich grosse Unterschiede in den Umsetzungen, in den Haltungen und den Ideen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es gab grosse Unterschiede in der Beurteilung und der Umsetzung von dem, was als „gute und richtige“ Arbeit mit Menschen mit Behinderung galt. Dies war für mich eine interessante – aber auch oftmals – verwirrende Erfahrung. Denn ich hatte mir erhofft, es gäbe doch eine zumindest gültige Art und Weise, wie man mit Menschen mit Behinderung zusammenarbeitet. Ich hatte damals sogar die Erwartung, dass der „richtige“ Umgang mit Menschen mit Behinderung in einer Art Lehrbuch zu finden sei.

Diese frühe berufliche Erfahrung inspirierte mich zum Studium der Sonderpädagogik an der Universität Zürich und schliesslich auch zum Schreiben meiner Lizentiatsarbeit (Meier, 2008) zum Thema „Selbstbestimmung in der Interaktion zwischen betreuenden und betreuten Personen im Wohnheim für Menschen mit Behinderung“. Es entstand eine empirische Studie zum Selbstbestimmungsbegriff in Wohnheimen für Menschen mit Behinderung. Bei dieser intensiven Auseinandersetzung mit dem...

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