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Exil – Transfer – Gedächtnis / Exil – Transfert – Mémoire

Deutsch-französische Blickwechsel / Regards croisés franco-allemands

Marion Picker and Dorothee Kimmich

Die Beiträge dieses Bandes verbindet die Überzeugung, dass die deutsch-französischen Verhältnisse nicht in Begriffen wie Identität und Differenz abgehandelt werden können. Ihre Analysen zeigen, wie sich das Exil in eine begrüßte Lebensform verwandeln, mit Mobilität verschwimmen und sogar Verbrecher schützen kann. Anstatt mit «Transfer» ökonomische Tauschprozesse zu beschreiben, betonen sie Komponenten von transkulturellen Übertragungen wie Schwellenbewusstsein und Zeugenschaft.
Die von Marion Picker und Dorothee Kimmich versammelten Beiträge ehren den deutsch-französischen Germanisten Thomas Keller. Dorothee Kimmich und Thomas Keller haben gemeinsam den Studiengang Interkulturelle Deutsch-Französische Studien (Aix-en-Provence – Tübingen) betreut.
Une commune conviction unit les dix-sept contributions ici présentées : refuser d’appréhender les interactions franco-allemandes en termes d'identité et de différence. Leurs analyses montrent comment l'exil peut se transformer en mode de vie apprécié, transiter vers la mobilité, et assurer l’asile, non seulement aux réfugiés mais aux fugitifs en général. Elles s’attachent aux transmissions transculturelles asymétriques en valorisant le seuil, le garant et le déplacement. De la fécondité de la distance. Les contributions de ce recueil, rassemblées par Marion Picker et Dorothee Kimmich, honorent les travaux du germaniste franco-allemand Thomas Keller, qui a dirigé avec celle-ci le cursus intégré « Aire Interculturelle Franco-Allemande » (Aix-en-Provence – Tübingen).
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Reenacting Waterloo 200 Jahre nach der Schlacht: eine Chance für dialogisches europäisches Gedächtnis?

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Über die Sache ist Gras gewachsen. Gras oder junges Getreide steht hier überall auf dem Land. Auch Roggen sieht jetzt im Frühjahr sattgrün aus. Frisches Grün überall, reiche Ernte versprechend, subventioniert gewiss aus dem 20 Kilometer entfernten Brüssel. „Wir stehen hier…“, so würde es ein Fernsehkorrespondent ins Mikrophon sagen, wir stehen hier am Rande der N 5, der Straße von Brüssel und Waterloo nach Caillou und Charleroi, genau unter der Ulme, wo am Tag des 18. Juni 1815 Wellingtons Hauptquartier war, wir stehen an einer, an der Kreuzung im Zentrum des Schlachtfelds von Waterloo.

Wobei schon das nicht so ganz exakt ist, denn tatsächlich liegt dieses Schlachtfeld auf dem Gebiet der Gemeinden Braine d’Alleud, Genappe, Lasne und eben Waterloo, allesamt Orte im südlichen Gürtel von Brüssel, halb ländlich noch, halb schon Vorstädte. Es war anfänglich keineswegs ausgemacht, dass die Schlacht den Namen Waterloos tragen würde. Für die Preußen war es zum Beispiel zunächst die Schlacht von „Belle Alliance“, die Schlacht „zum schönen Bunde“, benannt nach dem Bauernhof, wo sich Wellington und Blücher nach gewonnener Schlacht die Hand reichten, für die Franzosen die Schlacht von „Mont Saint Jean“. Aber „Waterloo“ hat sich durchgesetzt. Waterloo klingt englisch und die Engländer vor allen haben die Schlacht gewonnen. Die Sieger bestimmen. Und sie bestimmen auch die Sprache. Man stelle sich nur vor, es wäre die Londoner Waterloo-Station...

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