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Cicero und das Geld

Eva Scheuermann

Im Buch wird die finanzielle Situation Ciceros untersucht, die anhand seines Briefwechsels detailliert nachverfolgt werden kann. Der berühmte Anwalt, Politiker und Literat kämpfte schließlich zeitlebens mit finanziellen Problemen. Diese werden dargelegt, indem die Ausgaben und Einnahmen in verschiedenen Lebensbereichen betrachtet werden. Die Autorin geht folgenden Fragen nach: Wie wirtschaftete Cicero als Hausvater? Inwiefern schloss eine römische Freundschaft auch finanzielle Verpflichtungen mit ein? Und wie korrupt waren römische Politiker im Allgemeinen und Cicero im Speziellen? Die finanziellen Probleme spiegeln das rastlose Leben eines Aufsteigers, der sich den Pflichten eines Lebens in der Öffentlichkeit des antiken Roms stellte.
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III. Der pater familias: Cicero als Haushaltsvorstand

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Die Grundeinheit der vorindustriellen Gesellschaften war die Familie oder die unter einem Dach lebende Haushaltsgemeinschaft. In der Sphäre des Hauses galt in der römischen Antike das Wort des pater familias. Rechtlich gesehen waren die Hauskinder und die Sklaven seiner Gewalt, der patria potestas, unterworfen. Cicero selbst zeigte am Beispiel des alten Cato das Ideal eines guten Haushaltsvorstandes auf:

Er behauptete nicht nur seine Autorität, sondern auch seine Befehlsgewalt (imperium) gegenüber den Seinen: Ihn fürchteten seine Sklaven, ihn achteten seine Kinder, alle hielten ihn in Ehren und im Haus herrschte vorväterliche Sittenstrenge und Zucht.62

Die umfassende Gewalt des Hausvaters wurde hier sogar mit einem imperium verglichen und tatsächlich war der Familienvater Herr über seinen Haushalt. Zu diesem zählten die in der Aufzählung erwähnten Sklaven und die eigenen Kinder. Die Ehefrau, die bemerkenswerter Weise nicht erwähnt wurde, war nur in einer Manus-Ehe der Gewalt des Ehemanns unterworfen, ansonsten unterstand sie weiterhin zumindest formal der patria potestas ihres Vaters.63

Aber die rechtliche Macht des Familienvaters schloss auch Verpflichtungen mit ein: Er hatte für die Seinen Sorge zu tragen. Er hatte für die Verpflegung, für die Erhaltung und bestenfalls Mehrung des Familienvermögens einzustehen.64 Cicero war sich dieser Verantwortung bewusst und legte seinem Sohn deswegen einen Umgang mit dem ererbten Vermögen nahe, der nicht nur den eigenen Rang, sondern zugleich die Begrenztheit des eigenen Privatvermögens berücksichtigte. Denn derjenige, der sein patrimonium...

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