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Sterben und Tod bei Hochaltrigen

Die Rolle von Persönlichkeit, Gesundheit und Religiosität

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Ortrun Reidick

Die Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit ist eines der großen Menschheitsthemen. Unmittelbar konfrontiert sind damit, statistisch gesehen, insbesondere Menschen über 85 Jahre. Doch wie gehen hochaltrige Personen damit um? Hierzu liegen bislang nur wenige Erkenntnisse vor. Die Autorin stellt zunächst Einstellungen zu Sterben und Tod umfassend aus kulturhistorischer und psychologischer Sicht dar. Anschließend präsentiert sie empirische Ergebnisse einer Studie, in der Hochaltrige erstmalig Einblicke in das Tabuthema gewährten. Welche Zusammenhänge bestehen zu Persönlichkeit, Gesundheit und Religiosität? Der Leser erfährt, wie man sich oder Angehörige im Umgang mit dem Lebensende unterstützen kann. Denn Akzeptanz ist auch im hohen Alter möglich, wie die Studie eindrucksvoll belegt. Dieses Buch wurde mit dem Willi-Abts-Preis 2014 der Albert und Loni Simon Stiftung in Mainz zur Förderung eines selbstbestimmten Lebens im Alter ausgezeichnet.
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2. Theoretischer Hintergrund

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Bevor im Folgenden auf theoretische Erklärungsmodelle für Einstellungen zu Sterben und Tod aus thanatos- und entwicklungs-psychologischer Sicht sowie der Perspektive weiterer psychologischer Theorien zur Erklärung von Angst und Bewältigungsprozessen eingegangen wird, erfolgt nachstehend eine Begriffsklärung sowie Definition dieser Einstellungen.

2.1 Begriffsklärung und Definition der Einstellungen zu Sterben und Tod

Zum grundlegenden Verständnis wird zunächst auf die Abgrenzung von Sterben und Tod eingegangen. Dabei bezieht sich Sterben grundsätzlich auf den Prozess, der zwar zum Tod führt, jedoch noch Teil des Lebens ist, wogegen der Tod das Sterben beendet und einen irreversiblen Zustand darstellt (Ochsmann, 1993a, S. 13). Wann genau der Prozess des Sterbens einsetzt, ist schwer zu bestimmen. Verwiesen sei hier auf Kastenbaums Definitionsansätze in der deutschen Übersetzung von Klug (Kastenbaum, 1989; A. Klug, 1997): Sterben beginnt…

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