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Pathos – zwischen Passion und Phobie / Pathos – entre pasión y fobia

Schmerz und Schrecken in den romanischen Literaturen seit dem 19. Jahrhundert / Dolor y espanto en las literaturas románicas a partir del siglo XIX

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Edited By Isabel Maurer Queipo and Tanja Schwan

«Pathos» lautet nur eines der Stichworte, unter denen nach den Kategorien des Handelns und der Herstellbarkeit längst auch die Effekte emotionalen Ergriffenseins in den Fokus kulturwissenschaftlicher Forschung gerückt sind. Diesen Paradigmenwechsel vom performative zum emotional turn greift der Band auf, um Modellierungen affektiver Widerfahrnisse in literarischen Texten der Romania nachzuspüren. Die Dimension des (Er-)Leidens manifestiert sich sei es als «Passion» (physisches oder psychisches Leid, amouröse oder erotische Leidenschaft), sei es als Heimsuchung durch Entsetzen und Ekel. Mit seiner Feier einer Ästhetik des Abjekten und des Alptraums steht das 19. Jahrhundert ebenso im Zentrum des Interesses wie mit seiner Faszination am ins Ironische gewendeten Erbe von Rhetorik und Poetik.
«Pathos» es una de las palabras claves bajo las cuales, hoy en día, en las ciencias culturales se enfocan los efectos de una profunda emoción y se cuestionan las categorias del actuar y de la productibilidad. El libro focaliza este cambio de paradigma del performative turn al emotional turn para analizar las modelaciones de experiencias afectivas en textos hispanohablantes, franceses, italianos y portugueses. La dimensión del sufrimiento se manifiesta como pasión (sufrimiento físico o psíquico, pasión amorosa o erótica) o como golpe del destino por el espanto o el asco. El siglo XIX resulta ser de especial interés por su elogio de una estética de lo desdeñoso y de la pesadilla, al igual que por su fascinación por la herencia irónica de la retórica y la poética.
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Traum und Doppelgänger in Giuseppe Molineris unheimlicher Erzählung „Storiella bizzarra“ (1867)

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Die scapigliatura ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Lombardei und Piemont als italienische Boheme entstanden. Sie umfasst die Periode zwischen romanticismo, Spätromantik und Dekadenz und bildet die Brücke zum verismo. Als Vorläufer von verismo und decadentismo bereiten die scapigliati dem realistisch-veristischen und dekadenten Roman den Weg und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung Italiens, das im ausgehenden vorletzten Jahrhundert bestrebt ist, mit dem übrigen Europa aufzuschließen und sich innerhalb der ästhetischen Moderne zu positionieren.

Der Name jener künstlerischen Bewegung geht auf Cletto Arrighis Präsentation des Romans La scapigliatura e il 6 febbraio zurück, die 1857 im Almanacco del Pungolo für das Jahr 1858 erscheint und 1862 zusammen mit dem Roman in Mailand veröffentlicht wird. In Anlehnung an Henri Murgers Scènes de la vie de bohème (1851) übernimmt Arrighi in seiner Einleitung den französischen Begriff der bohème und besiegelt damit die Geburtsstunde der scapigliatura:

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