Show Less
Restricted access

Pathos – zwischen Passion und Phobie / Pathos – entre pasión y fobia

Schmerz und Schrecken in den romanischen Literaturen seit dem 19. Jahrhundert / Dolor y espanto en las literaturas románicas a partir del siglo XIX

Series:

Edited By Isabel Maurer Queipo and Tanja Schwan

«Pathos» lautet nur eines der Stichworte, unter denen nach den Kategorien des Handelns und der Herstellbarkeit längst auch die Effekte emotionalen Ergriffenseins in den Fokus kulturwissenschaftlicher Forschung gerückt sind. Diesen Paradigmenwechsel vom performative zum emotional turn greift der Band auf, um Modellierungen affektiver Widerfahrnisse in literarischen Texten der Romania nachzuspüren. Die Dimension des (Er-)Leidens manifestiert sich sei es als «Passion» (physisches oder psychisches Leid, amouröse oder erotische Leidenschaft), sei es als Heimsuchung durch Entsetzen und Ekel. Mit seiner Feier einer Ästhetik des Abjekten und des Alptraums steht das 19. Jahrhundert ebenso im Zentrum des Interesses wie mit seiner Faszination am ins Ironische gewendeten Erbe von Rhetorik und Poetik.
«Pathos» es una de las palabras claves bajo las cuales, hoy en día, en las ciencias culturales se enfocan los efectos de una profunda emoción y se cuestionan las categorias del actuar y de la productibilidad. El libro focaliza este cambio de paradigma del performative turn al emotional turn para analizar las modelaciones de experiencias afectivas en textos hispanohablantes, franceses, italianos y portugueses. La dimensión del sufrimiento se manifiesta como pasión (sufrimiento físico o psíquico, pasión amorosa o erótica) o como golpe del destino por el espanto o el asco. El siglo XIX resulta ser de especial interés por su elogio de una estética de lo desdeñoso y de la pesadilla, al igual que por su fascinación por la herencia irónica de la retórica y la poética.
Show Summary Details
Restricted access

Vorwort der Herausgeberinnen

Extract



‚Pathos‘, ‚Passion‘, ‚Pathologie‘ – standen die vergangenen beiden Jahrzehnte ganz im Zeichen des performative turn, so rücken neuerdings verstärkt Phänomene des Pathischen in den Fokus kulturwissenschaftlicher Aufmerksamkeit. Unter den genannten Stichworten scheinen sich die Forschungsinteressen allmählich zu verlagern: weg von einer Überdimensionierung des Handelns und der Herstellbarkeit hin zu einem adäquaten Einbezug auch der Effekte emotionalen Ergriffenseins. Angesichts jener auf den ersten Blick gegenläufigen Tendenzen stellt sich die Frage, wie beide sich angemessen vermitteln und in einen fruchtbaren Dialog bringen ließen.

Nachdem für die Germanistik, Komparatistik und Kulturwissenschaften bereits einschlägige Forschungsbeiträge zu dem an der Schnittstelle von Literatur- und Medienwissenschaft zu so unterschiedlichen Disziplinen wie Kunst- und Kulturgeschichte, Philosophie oder Psychologie verorteten Thema vorliegen, nimmt unser Band den sich aktuell möglicherweise anbahnenden Paradigmenwechsel zum Anlass, die Modellierung affektiver ‚Widerfahrnisse‘ aus romanistischer Perspektive zu beleuchten. Unter den vielfältigen Codierungen des (Er-)Leidens interessieren uns sowohl Diskursivierungen und Medialisierungen der ‚Passion‘ – von physischem und psychischem Leid ebenso wie amouröser und erotischer Leidenschaft – als auch Heimsuchungen durch das Dämonisch-Dionysische, durch Entsetzen und Ekel. Das 19. Jahrhundert verdient mit seiner Feier einer Ästhetik des Hässlichen und Abjekten, nicht zuletzt auch des (Alp-)Traums, besonderes Augenmerk, werden doch Manifestationen des Pathischen in Literatur und Kunst jener Epoche zu Grenzphänomenen der ‚nicht mehr schönen Künste‘, wenn nicht zu Grenzwerten des Ästhetischen (Robert Stockhammer) überhaupt – und damit zu Parametern einer Pathologie der Moderne.

Jenseits...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.