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Schadensersatz bei vereitelten Erwerbsbiographien

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Marcel Messerschmidt

Der Autor befasst sich eingehend mit der Thematik der sogenannten «Fortkommensschäden» – also Vermögensschäden, die aus einer negativen Beeinflussung der beruflichen bzw. gewerblichen Entwicklung eines Geschädigten in der Zukunft entstehen werden. Dabei legt er einen Schwerpunkt auf die Fortkommensschäden solcher Geschädigter, die bereits im Kindes- oder Jugendalter verletzt wurden. Hier ist die Unsicherheit des hypothetischen Erwerbsverlaufs des Geschädigten am größten. Im Buch wird nicht nur der zulässige Rahmen der richterlichen Schadensprognose abgesteckt. Der Autor unterbreitet auch Lösungsvorschläge für die Fälle, in denen eine richterliche Prognose weder tatsächlich möglich noch rechtlich zulässig erscheint.
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E. Prozess- und materiellrechtliche Grundlagen der Erstellung von Schadensprognosen unter besonderer Berücksichtigung von Fortkommensschäden

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E. Prozess- und materiellrechtliche Grundlagen der Erstellung von Schadensprognosen unter besonderer Berücksichtigung von Fortkommensschäden

Die präzise Berechnung von Fortkommensschäden gestaltet sich besonders diffizil. Wie soll es möglich sein, möglichst genau zu bestimmen, welches Einkommen die verletzte Person ohne das schädigende Ereignis erzielt hätte?

Je weniger Anhaltspunkte es gibt, die der bisherige Lebensverlauf für das hypothetische Einkommen bietet, desto größer ist die Unsicherheit bei der Schadensbemessung152. Der Praxis stehen hier Schätzungsbefugnisse und Beweiserleichterungen zur Verfügung.

I. Gedanke der Naturalrestitution als Basis der Schadensbestimmung

Der in der dem allgemeinen Schadensrecht zuzurechnenden Norm des § 249 Abs. 1 BGB zum Ausdruck kommende Grundsatz der Naturalrestitution gilt im gesamten Haftungsrecht153: Der Verpflichtete hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Zustand nicht eingetreten wäre. Der Geschädigte soll durch das schädigende Ereignis weder schlechter noch besser stehen als er ohne dieses gestanden hätte154. Dies ist das Ziel, welches jeder richterlichen Schätzung eines Fortkommensschadens zugrunde liegt. Hieraus folgt, dass im Rahmen eines Prozesses, in welchem eine verletzte Person Ersatz ihres Fortkommensschadens begehrt, das erkennende Gericht zur Bestimmung desselben den „Ist-Verlauf“ mit dem „Soll-Verlauf“ der Karriere und des Lebensweges des Geschädigten vergleichen muss. „Ist-Verlauf“ wird der Zustand genannt, der aufgrund der Schädigung jetzt besteht, der „Soll-Verlauf“ ist derjenige Zustand, der ohne das schädigende Ereignis bestehen würde155. ← 45 | 46 →

Die...

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