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Schadensersatz bei vereitelten Erwerbsbiographien

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Marcel Messerschmidt

Der Autor befasst sich eingehend mit der Thematik der sogenannten «Fortkommensschäden» – also Vermögensschäden, die aus einer negativen Beeinflussung der beruflichen bzw. gewerblichen Entwicklung eines Geschädigten in der Zukunft entstehen werden. Dabei legt er einen Schwerpunkt auf die Fortkommensschäden solcher Geschädigter, die bereits im Kindes- oder Jugendalter verletzt wurden. Hier ist die Unsicherheit des hypothetischen Erwerbsverlaufs des Geschädigten am größten. Im Buch wird nicht nur der zulässige Rahmen der richterlichen Schadensprognose abgesteckt. Der Autor unterbreitet auch Lösungsvorschläge für die Fälle, in denen eine richterliche Prognose weder tatsächlich möglich noch rechtlich zulässig erscheint.
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H. Prozessuale Besonderheiten in Bezug auf Fortkommensschäden

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H. Prozessuale Besonderheiten in Bezug auf Fortkommensschäden

Nachdem zuvor ein Schwerpunkt auf die Erstellung von Fortkommensschadensprognosen gelegt wurde, wird nun auf weitere Besonderheiten eingegangen, die im Rahmen von Prozessen über Fortkommensschäden zu beachten sind:

Das Außergewöhnliche an Ansprüchen auf Ersatz von Fortkommensschäden ist zunächst, dass sie einen Ausgleich für eine ausgebliebene mitunter jahrzehntelange hypothetische Erwerbslaufbahn bieten sollen. Ferner entstehen die wirtschaftlichen Schäden oftmals nicht sofort im Moment der Schädigung, sondern erst dann, wenn der Geschädigte, den Beruf oder die nächste Karrierestufe erklommen hätte. Führt man sich einen besonders jungen Geschädigten vor Augen, kann zwischen dem Zeitpunkt der Schädigung und dem hypothetischen Eintritt in das Erwerbsleben ein Zeitraum von über zehn Jahren liegen. Diese Unsicherheit birgt besondere Schwierigkeit, den Fortkommensschaden und damit auch den Klageantrag exakt zu beziffern736.

Dem Geschädigten soll nach § 843 Abs. 1 BGB grundsätzlich Schadensersatz in Form einer Geldrente gewährt werden, da diese als die geeignetste Form des Schadensausgleichs bei Dauerschäden angesehen wird. Die Kapitalabfindung nach § 843 Abs. 3 BGB kommt entsprechend nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes in Betracht737.

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