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Die Freiheit zum radikal Bösen

Das Problem der Fatalismus-These in Reinholds Interpretation zu Kant

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Martin Muransky

Der Formalismus des Wollens besitzt eine intentionale Struktur, da das menschliche Handeln nach Kant nicht dem Streben folgt, sondern einer Stellungnahme («Wie») zu den eigenen Strebungen (Absichten zur Handlung) entspringt. Dieses ungleichgültige «Wie» als Ja/Nein-Stellungnahme zu den eigenen Handlungsmöglichkeiten geschieht nach Kant nicht nach Belieben, da es zugleich um die eigene Selbst-Bezogenheit geht. Der Primat der praktischen Rationalität seit Kant fußt auf der Voraussetzung, dass dieser «Endzweck» als mich betreffender «Gegenstand» ausdrücklich geworden ist. Somit wird die zu machende Bewältigung des Lebens im Ganzen als rationales Ziel des eigenen Wollens anerkannt. Dies steht im direkten Gegensatz zur theoretisch objektivierenden Gewissheit.
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Die Einleitung zum Thema und die Konkretisierung der Fragestellung

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1. Einleitung

Das Wechselverhältnis von Sein und Freiheit (Bewusstsein) in der Tradition des transzendentalen Gedankens ist für mich der zentrale Ausgangspunkt folgender Überlegungen. Die Thematik der Selbstbestimmung oder des Identitätsbegriffes der Aufklärung, bei der es darum geht, die in den letzten drei bis vier Jahrhunderten erfolgten wichtigen Umgestaltungen unserer Kultur und Gesellschaft zu begreifen, beschäftigt die moderne Philosophie immer weiter. Sie steht auch im Brennpunkt der fast endlosen Diskussion über die Konflikte der Moderne und der mit ihr eng verbundenen postmodernen Reflexion der neuzeitlichen geistigen Kultur. Der Brennpunkt solcher Diskussionen lässt sich im Prinzip auf die Frage der Beschaffenheit und Verbindlichkeit der Normenwelt reduzieren, bei welcher es vor allem um die begriffliche Artikulation des Verhältnisses von Legalität und Moralität geht.

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