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Die Haftung des Geschäftsleiters in der Insolvenz

Am Beispiel der GmbH und Private Company Limited by Shares

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Isabel von Gerstenbergk-

Dieses Buch befasst sich mit der rechtsvergleichenden Darstellung der Haftung des GmbH-Geschäftsführers sowie des director der Private Company Limited by Shares in der Insolvenz. Durch eine rechtsvergleichende Darstellung zeigt die Autorin Vor- und Nachteile haftungsrechtlicher Ansprüche gegen die Geschäftsleiter sowohl des deutschen als auch des englischen Rechts unter Bezugnahme auf die EuGH-Rechtsprechung zur Niederlassungsfreiheit und deren Konsequenzen für Unternehmer im deutschen Inland auf. Im Fokus stehen die Ansprüche aus Insolvenzverschleppung gemäß § 15a InsO und wrongful trading gemäß sec. 214 IA 1986.
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Einleitung

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Die starke Konkurrenz ausländischer Rechtsformen, allen voran die englische Private Company Limited by Shares („Limited“), hat die deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung („GmbH“) unter Wettbewerbsdruck gesetzt. Die englische Limited steht im Mittelpunkt des Interesses deutscher Unternehmer, wenn die Gründung einer ausländischen, der GmbH vergleichbaren Gesellschaftsform zur Wahl steht1. Der EuGH hat das Internationale Gesellschaftsrecht vieler kontinentaler EU-Mitgliedstaaten mit seiner Rechtsprechung2 zu der europarechtlichen Niederlassungsfreiheit gemäß Art. 49, 54 AEUV jedenfalls in den sog. Zuzugsfällen3 revolutioniert4. Das Interesse an der Gründung der funktional mit der GmbH vergleichbaren Limited im deutschen Rechtsverkehr ist daher ungebrochen. Ihre Attraktivität folgt nicht zuletzt aus dem Fehlen eines gesetzlichen Mindestkapitalsystems: Das Vorliegen eines Stammkapitals, das der Sicherheit der Gläubiger dient, ist keine Voraussetzung der Limited, so dass Einlagen nicht geleistet werden müssen5. Die Limited scheint daher im Gegensatz zur GmbH auf den ersten Blick dank ihrer schnellen und unbürokratischen Gründungsmöglichkeit wesentlich attraktiver für Unternehmer, die sich selbstständig machen und eine eigene Gesellschaft gründen wollen6. Seit der Inspire Art-Entscheidung ← 1 | 2 → des EuGH7 steht zudem fest, dass auf die Limited in Deutschland auch englisches Gesellschaftsrecht anwendbar ist8. Da England seit jeher der Gründungstheorie folgt, steht aus englischer Sicht einem identitätswahrenden Wegzug einer englischen Limted nach Deutschland ebenfalls nicht im Wege. Diese Gründe führten allesamt zu einer weitläufigen Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit der GmbH. Neben stetigen Bemühungen um die Sicherung und Verbesserung des Kapitalschutzsystems...

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