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Die Haftung des Geschäftsleiters in der Insolvenz

Am Beispiel der GmbH und Private Company Limited by Shares

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Isabel von Gerstenbergk-

Dieses Buch befasst sich mit der rechtsvergleichenden Darstellung der Haftung des GmbH-Geschäftsführers sowie des director der Private Company Limited by Shares in der Insolvenz. Durch eine rechtsvergleichende Darstellung zeigt die Autorin Vor- und Nachteile haftungsrechtlicher Ansprüche gegen die Geschäftsleiter sowohl des deutschen als auch des englischen Rechts unter Bezugnahme auf die EuGH-Rechtsprechung zur Niederlassungsfreiheit und deren Konsequenzen für Unternehmer im deutschen Inland auf. Im Fokus stehen die Ansprüche aus Insolvenzverschleppung gemäß § 15a InsO und wrongful trading gemäß sec. 214 IA 1986.
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Erster Teil: Die Haftung des Geschäftsführers in der Insolvenz der GmbH

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Die Gläubiger einer zahlungsfähigen GmbH machen ihre Forderungen regelmäßig gegenüber der schuldenden Gesellschaft geltend, die ihren Gläubigern gemäß § 13 Abs. 2 GmbHG grundsätzlich nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet29. Für den Geschäftsführer gilt üblicherweise die Vorschrift des § 43 GmbHG, der bei Verletzung von Sorgfaltspflichten gemäß § 43 Abs. 2 GmbHG seine Haftung gegenüber der Gesellschaft für den daraus entstandenen Schaden vorsieht. Ist die Gesellschaft zahlungsunfähig oder überschuldet, haben die Gläubiger ein erhebliches Interesse an einem weiteren Schuldner neben der Gesellschaft. Als Organ und gesetzlicher Vertreter der GmbH hat der Geschäftsführer in der Krise des Unternehmens eine besondere Verantwortung. Sein Verhalten kann sowohl gesellschaftsrechtliche als auch insolvenzrechtliche Haftungsrisiken nach sich ziehen. Die Verantwortung des Geschäftsführers, die GmbH in der Unternehmenskrise ordnungsgemäß zu leiten und Weisungen der Gesellschafter zu befolgen, führt zu zusätzlichen Pflichten sowie den nachfolgend erläuterten Haftungstatbeständen im Falle eines fehlerhaften Verhaltens des Geschäftsführers30. Wegen der Risiken persönlicher Haftung hat er den regelmäßig sehr schmalen Weg zwischen rechtmäßigem und rechtwidrigem Verhalten in der Unternehmenskrise zu finden. Zu niedriges Eigenkapital der Gesellschaft sowie zu späte Insolvenzantragsstellung des Geschäftsführers können Gründe für die Unternehmensinsolvenz und einen durchgreifenden Gläubigerschutz darstellen. Der haftungsbewehrten Insolvenzantragspflicht des GmbH-Geschäftsführers kommt eine wichtige Gläubigerschutzfunktion zu31.

Bei der Handelndenhaftung des Geschäftsführers ist es nicht erforderlich, dass der Gesch...

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