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Populäre Geschichtsmagazine in internationaler Perspektive

Interdisziplinäre Zugriffe und ausgewählte Fallbeispiele

Edited By Susanne Popp, Jutta Schumann, Fabio Crivellari, Michael Wobring and Claudius Springkart

Seit Jahrhundertbeginn boomt der Markt populärer Geschichtsmagazine in Europa und anderen Weltregionen. Ihre Vielfalt und Auflagenhöhe machen sie zu bislang weithin unterschätzten Agenten der öffentlichen Geschichtskultur und des «Histotainments».
Dieser Band widmet sich dem Phänomen aus geschichtsdidaktischer, medienpsychologischer sowie kultur- und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive. Darüber hinaus analysieren zehn Länderstudien die Marktbedingungen und die Geschichtspräsentationen auf den Coverseiten von 20 internationalen Magazinen. Von Interesse ist das Buch für Vertreter/-innen der Geschichts-, Politik- und Mediendidaktik, der Kultur- und Kommunikationswissenschaften sowie des (Geschichts-)Journalismus und der Lehrerbildung.
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Susanne Kinnebrock - Warum Napoleon immer wieder spannend ist: Medienlogiken und Geschichte

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Susanne Kinnebrock

Warum Napoleon immer wieder spannend ist: Medienlogiken und Geschichte

Eine Geschichtszeitschrift scheint aus Perspektive der Journalistik zunächst einmal ein Widerspruch in sich zu sein, ist der Journalismus doch der Beobachtung des Aktuellen, nicht des Vergangenen verpflichtet. Deshalb mag auch der anhaltende und international feststellbare „mediale Geschichtsboom“1 zunächst überraschen ebenso wie die Vielfalt an Medienangeboten, die die „Sehnsucht nach Vergangenheit“2 stillen sollen, seien es TV-Dokumentationen, Spielfilme über historische Ereignisse oder auch eine umfangreiche Jahrestagsberichterstattung. Zum vielfältigen massenmedialen Angebot zählt auch das Marktsegment der populären Geschichtszeitschriften, das zu wachsen und dessen Angebot sich zu diversifizieren scheint.3

Geschichtszeitschriften kann man zunächst als kommerzielle Medienprodukte ansehen, die primär Marktlogiken und vermeintlichen Publikumsinteressen folgen.4 Will man sich verstärkt ihren wiederkehrenden Themen, inhaltlichen Schwerpunktsetzungen und Mustern der Darstellung widmen, scheint es geraten, ← 169 | 170 → diese populären Zeitschriften zusätzlich aus journalistik- und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive zu betrachten. Als Frage stellt sich dann, nach welchen journalismusinhärenten Logiken Geschichtszeitschriften historische Themen und Ereignisse immer wieder selektieren bzw. konstruieren.

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