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Populäre Geschichtsmagazine in internationaler Perspektive

Interdisziplinäre Zugriffe und ausgewählte Fallbeispiele

Susanne Popp, Jutta Schumann, Fabio Crivellari, Michael Wobring and Claudius Springkart

Seit Jahrhundertbeginn boomt der Markt populärer Geschichtsmagazine in Europa und anderen Weltregionen. Ihre Vielfalt und Auflagenhöhe machen sie zu bislang weithin unterschätzten Agenten der öffentlichen Geschichtskultur und des «Histotainments».
Dieser Band widmet sich dem Phänomen aus geschichtsdidaktischer, medienpsychologischer sowie kultur- und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive. Darüber hinaus analysieren zehn Länderstudien die Marktbedingungen und die Geschichtspräsentationen auf den Coverseiten von 20 internationalen Magazinen. Von Interesse ist das Buch für Vertreter/-innen der Geschichts-, Politik- und Mediendidaktik, der Kultur- und Kommunikationswissenschaften sowie des (Geschichts-)Journalismus und der Lehrerbildung.
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Terry Haydn - Populäre Geschichtsmagazine im Vereinigten Königreich. Bestandsaufnahme und Analyse

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Terry Haydn

Populäre Geschichtsmagazine im Vereinigten Königreich. Bestandsaufnahme und Analyse

1. Hintergrund: Mediale Geschichtskultur in Großbritannien1

Die zunehmende Anzahl der im Vereinigten Königreich angebotenen Geschichtsmagazine und die steigenden Auflagenzahlen vieler Formate in den letzten Jahrzehnten fielen gerade in eine Zeit, in der einige Besorgnis herrschte bezüglich der Stellung und der Funktion, die dem Fach Geschichte in Schule und Gesellschaft insgesamt zukommt. Während es den Anschein hatte, als sei Geschichte in der Schule dem Untergang geweiht – ganze 70 % der Schüler entschieden sich 2007 im Alter von 13 oder 14 Jahren dafür, das Fach abzuwählen,2 – wurde außerhalb der staatlichen Bildungseinrichtungen ein nie dagewesenes öffentliches Interesse an der Vergangenheit registriert, sodass Geschichte sogar als „the new rock and roll“3 bezeichnet wurde. Laut einer Untersuchung der Qualifications and Curriculum Authority (QCA) (2005) interessiert sich rund die Hälfte der Schüler in der Altersgruppe zwischen 11 und 14 Jahren in ihrer Freizeit für Geschichte.4 Zusätzlich zu einem wachsenden Angebot an Geschichtsmagazinen in Buchhandlungen und im Onlinevertrieb begannen Geschichtsformate im Fernsehen eine immer größere Zahl von Zuschauern anzulocken, wobei „Star-Historiker“ wie David Starkey, Simon Schama und Niall Ferguson höhere Einschaltquoten erreichten als Quizsendungen oder Fußballspiele der Nationalmannschaft: Die Fernsehsendung „Who Do You Think You Are?“, in der Prominente ihrer Familiengeschichte auf den Grund gehen, lockte regelmäßig mehr als sieben Millionen Zuschauer vor den Bildschirm.5 ← 277 | 278 →

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