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Populäre Geschichtsmagazine in internationaler Perspektive

Interdisziplinäre Zugriffe und ausgewählte Fallbeispiele

Edited By Susanne Popp, Jutta Schumann, Fabio Crivellari, Michael Wobring and Claudius Springkart

Seit Jahrhundertbeginn boomt der Markt populärer Geschichtsmagazine in Europa und anderen Weltregionen. Ihre Vielfalt und Auflagenhöhe machen sie zu bislang weithin unterschätzten Agenten der öffentlichen Geschichtskultur und des «Histotainments».
Dieser Band widmet sich dem Phänomen aus geschichtsdidaktischer, medienpsychologischer sowie kultur- und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive. Darüber hinaus analysieren zehn Länderstudien die Marktbedingungen und die Geschichtspräsentationen auf den Coverseiten von 20 internationalen Magazinen. Von Interesse ist das Buch für Vertreter/-innen der Geschichts-, Politik- und Mediendidaktik, der Kultur- und Kommunikationswissenschaften sowie des (Geschichts-)Journalismus und der Lehrerbildung.
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Zhongjie Meng - Populäre Geschichtsmagazine in China. Die Entwicklung am Beispiel des Magazins NATIONAL HISTORY

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Zhongjie Meng

Populäre Geschichtsmagazine in China. Die Entwicklung am Beispiel des Magazins NATIONAL HISTORY1

In einem Land wie China, mit einer hoch entwickelten historiografischen Tradition, ist die Popularisierung von Geschichte gleichermaßen ein altes und neues Phänomen. Auf der einen Seite hat die offizielle Geschichtsschreibung mit Hilfe von politischem Druck und administrativen Maßnahmen immer Einfluss auf das Denken von Intellektuellen (Shi) genommen. Die chinesischen Regierungen – und das schließt die Regierungen der Volksrepublik mit ein – beanspruchten für sich in den vergangenen Jahrtausenden die Erzähl- und Deutungshoheit über historische Ereignisse als ureigene Domäne. Kaiser, hochrangige Führungspersönlichkeiten und, nach 1949, Partei- und Staatsführer entschieden gemäß ihrer eigenen Intentionen darüber, was aufgeschrieben und memoriert wurde. Nichtsdestotrotz bestand in der breiten Öffentlichkeit stets auch ein Interesse an Geschichte jenseits dieser offiziellen Geschichtsschreibung. Infolgedessen entstanden im Kontrast zu den sogenannten „Fünfundzwanzig offiziellen Geschichtsbüchern“ (Nianwushi2) vorsichtige Umdeutungen und neue Darstellungsformen, die zu einer anderen Präsentation der Geschichte führten. Die so entstandenen historischen Anekdoten wurden in einigen populären historischen Romanen (Yanyi), Dramen (Chinesische Oper) und anderen Kunstformen (Quyi, ähnlich dem Geschichtenerzählen, Pingshu) verarbeitet und verbreitet. Vor diesem Hintergrund ist es kein völlig neuer Trend, dass seit dem Beginn des neuen Jahrtausends ein Boom auf dem ← 437 | 438 → Gebiet der Public History3 in China sichtbar wurde. Er lässt vergleichbare Phänomene erkennen: Die nichtstaatliche, nichtakademische Geschichte befriedigt auf der einen Seite den Wissensdurst...

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