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Argumentative Strategien in deutschen und italienischen wissenschaftlichen Artikeln

Am Beispiel der Soziologie und der Sprachwissenschaft

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Tiziana Roncoroni

Gegenstand des Buches ist die Bestimmung globaler Argumentationsstrategien und -stile in wissenschaftlichen Artikeln. Ein kontrastives Verständnis der argumentativen Abläufe bringt der Autorin zufolge große Vorteile für die interkulturelle Kommunikation und Integration. So zeichnet sich der italienische Diskurs durch persönliche Komponenten, Bescheidenheitstopos, induktive, indirekte, graduelle und komplexe Argumentationen aus. Den deutschen Diskurs kennzeichnen dagegen argumentative Stärke, Direktheit und Explizitheit. Die linguistischen Studien sind öfter informativ mit teleologischen Argumenten. In der Soziologie argumentiert man komplex, aber direkt. Diese Unterschiede spiegeln einen zu fördernden Reichtum an Denkweisen und heuristischen Wegen wider.
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3. Kulturgeprägtheit wissenschaftlicher Diskurstraditionen

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3.  Kulturgeprägtheit wissenschaftlicher Diskurstraditionen

Die Kulturgeprägtheit wissenschaftlicher Diskurstraditionen ist durch das umfangreiche Forschungsprojekt euroWiss empirisch und ausführlich belegt worden (vgl. Hornung/Carobbio/Sorrentino 2014 und Redder/Heller/Thielmann 2014). Das Projekt trägt entscheidend zur Erforschung der „Komparatistik der wissensvermittelnden Hochschulkommunikation“ (Thielmann/Redder/Heller 2014: 8) bei, wobei auch der für die vorliegende Arbeit besonders relevante Frage der Auffassung und Entstehung wissenschaftlichen Wissens im Allgemeinen durch die empirischen Analysen nachgegangen wird (vgl. Hornung 2014: 7). Die aufgestellten Thesen werden aufs Ganze bestätigt (vgl. Thielmann/Redder/Heller 2014: 10): Im deutschsprachigen Raum wird früher und konsequenter auf die Förderung des kritischen Geistes gesetzt, der Umgang mit Kritik und der dialogische, gleichwertige Austausch zwischen Studierenden und Experten sind bereits in den frühen Phasen der akademischen Sozialisation tiefgreifend, da nicht nur die Aneignung wissenschaftlichen Wissens, sondern auch der „Erwerb von Methoden der Gewinnung und Darstellung von Kenntnissen“ (Redder/Breitsprecher/Wagner 2014: 35) angestrebt wird. Der diskursiven Wissensvermittlung (vgl. Redder 2009) wird eine wesentliche Bedeutung beigemessen (sowohl in der schulischen als auch in der akademischen Ausbildung, vgl. Redder 2014a: 26 und Heller/Carobbio 2014: 58), während die monologische Lehre und das reproduktive Lernen die italienische akademische Tradition charakterisieren (vgl. Cilimberti 2014 und Redder 2014a)58 und das diskursive Lernen erst im Promotionsstudium eingeführt wird (vgl. Heller 2014: 93–96, Carobbio 2014 sowie Thielmann/Redder/Heller 2014: 10). Die Rolle der kritischen Auseinandersetzung ist in der italienischen akademischen Ausbildung also wesentlich geringer (vgl. Heller 2014: 95); wird die lezione frontale doch durch Meldungen seitens der Studierenden...

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