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Argumentative Strategien in deutschen und italienischen wissenschaftlichen Artikeln

Am Beispiel der Soziologie und der Sprachwissenschaft

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Tiziana Roncoroni

Gegenstand des Buches ist die Bestimmung globaler Argumentationsstrategien und -stile in wissenschaftlichen Artikeln. Ein kontrastives Verständnis der argumentativen Abläufe bringt der Autorin zufolge große Vorteile für die interkulturelle Kommunikation und Integration. So zeichnet sich der italienische Diskurs durch persönliche Komponenten, Bescheidenheitstopos, induktive, indirekte, graduelle und komplexe Argumentationen aus. Den deutschen Diskurs kennzeichnen dagegen argumentative Stärke, Direktheit und Explizitheit. Die linguistischen Studien sind öfter informativ mit teleologischen Argumenten. In der Soziologie argumentiert man komplex, aber direkt. Diese Unterschiede spiegeln einen zu fördernden Reichtum an Denkweisen und heuristischen Wegen wider.
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7. Analyse der Argumentation in Texten in ihrer Gesamtheit

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7.  Analyse der Argumentation in Texten in ihrer Gesamtheit

7.1  Textuelle Dimensionen und Ebenen in der Analyse

Nimmt man sich die Untersuchung der Argumentation in Texten vor, ist erstens die Frage der Textdimension zu klären, auf der die Argumentation angesiedelt und dementsprechend besser zu erfassen ist. Meines Erachtens ist die Argumentation als gesonderte Dimension aufzufassen, da sie sowohl mit dem propositionalen Inhalt des Textes als auch mit dessen Strukturierung und Gestaltung zusammenhängt. Diese Stellungnahme ist auch in Anbetracht der Tatsache gerechtfertigt, dass die Einteilung des Textes in Ebenen und Dimensionen in der Literatur noch umstritten ist.154

Zweitens ist die Frage der Textebene zu besprechen, auf der die Argumentation am deutlichsten zu erfassen ist. Es bieten sich die üblichen Ebenen an: Mikro-, Meso- und Makroebene (zur Definition vgl. Fußnote 10). Je nach vorgezogener Ebene unterscheiden sich die Argumentationsanalysen. Der Schwerpunkt einer auf der Mikroebene angesiedelten Analyse liegt auf Mikroformeln, satzinternen Strukturen und auf der Untersuchung der einzelnen Argumente. Dazu gehören auch die sprachlichen Mittel zur Realisierung der Argumente bzw. Argumentation sowie zur Verstärkung bzw. Abschwächung der Argumentation (vgl. § 6.2). Bei der Untersuchung wissenschaftlicher Texte lässt sich auf dieser Ebene die Verwendung der Ausdrücke der Alltäglichen Wissenschaftssprache (vgl. § 2.2) nachvollziehen (vgl. Heller 2011: 149). Typische Strukturen der Argumentation in ihren funktionalen Aspekten zusammen mit den dialogischen Zügen und den Beziehungen zwischen den Argumentationszügen kommen auf der Mesoebene deutlich zum Ausdruck. Die Analyse der Makroebene umfasst...

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