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Karrieremapping für Nautikerinnen und Nautiker

Eine evidenzbasierte Analyse von Handlungsempfehlungen zur Einrichtung eines "Graduiertenkolleg Nautik</I>

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Susanne Neumann

Das Buch liefert Handlungsempfehlungen für die Einrichtung eines Graduiertenkollegs Nautik, das im Gegensatz zu anderen Fachrichtungen bis heute nicht existiert. Inhaberinnen und Inhaber nautischer Befähigungszeugnisse sind bei Berufsantritt für den Dienst an Bord gut qualifiziert. Ein Karriereweg in wissenschaftliche Bereiche wird nach der Zeit auf See aber selten in Betracht gezogen. Ein möglicher Grund könnte im Mangel an strukturierten Promotionsmöglichkeiten im Rahmen eines Graduiertenkollegs liegen. Die Autorin zeigt, wie etwaige Kompetenzlücken geschlossen und so der Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn für Nautikerinnen und Nautiker erleichtert werden könnte. Die Handlungsempfehlungen basieren u. a. auf Erstellung und Abgleich eines Anforderungs-, Kompetenz- und Erwartungsprofils.
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4.7 Ein „typischer“ Karriereweg von Nautikerinnen und Nautikern

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Verschiedenen Beobachtungen zufolge geben Nautikerinnen und Nautiker ihre „aktive Laufbahn“ (Gerstenberger und Welke 2005: 244) an Bord mehrheitlich142 nach einer gewissen Zeit auf: „After sailing for certain years, maritime professionals have a tendency to look for good opportunities on shore to have a more ‚settled‘ life. This has always been the case with seafarers“ (Singh 2013). Der Nautiker-Beruf wird eher als ein Durchstiegsberuf auf dem Weg in einen Beruf an Land angesehen – und das nicht erst seit wenigen Jahren (vgl. Dabels 2008: 18): „Der Beruf des Seemanns war schon von je her ein Durchstiegsberuf“ (Dabels 2008: 18).

So wurde bereits in den 1960er und 1970er Jahren darüber diskutiert, dass die Seefahrt als ein – in der Regel nicht allzu langes – Intermezzo im Berufsleben europäischer143 Nautikerinnen oder Nautiker sei: „seafaring was not a lifelong occupation but an interlude in the occupational life ← 249 | 250 → of the majority of European seafarers“ (Moreby 1975 nach Gerstenberger 2002: 6). Dieses „Intermezzo“ bezeichnet man als „Verweildauer an Bord“.

4.7.1 Verweildauer von Nautikerinnen und Nautikern an Bord

Die Verweildauer des nautischen Personals an Bord ist in der gesamten Handels- und Kreuzschifffahrt eine vielfach diskutierte Herausforderung für Unternehmen. Auch wenn eine kurze Verweildauer nach Lukas einige Vorteile – wie etwa die kontinuierliche Verjüngung der Crew oder das Mitbringen neuen Wissens durch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – haben mag, so gilt eine möglichst lange Verweildauer doch als Qualitätsindikator und wünschenswert (vgl. Lukas 2011: 200 f.).

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