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Gab es einen Stalin-Hitler-Pakt?

Charakter, Bedeutung und Deutung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages vom 23. August 1939

Christoph Koch

Der Sammelband gibt eine Antwort auf die in Politik und Wissenschaft verbreitete Totalitarismustheorie, die den deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag vom 23.8.1939 als Verständigung zweier wesensverwandter Diktaturen über die Aufteilung Europas und der Welt interpretiert. Die Beiträge erhellen den tatsächlichen Charakter des Vertrags, die deutschen und die sowjetischen Motive für seinen Abschluss sowie seine Bedeutung für die militärische Niederringung des Dritten Reiches und damit für die europäische Nachkriegsordnung. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Scheitern der sowjetischen Bemühungen um die Schaffung einer britisch-französisch-sowjetischen Allianz gegen die Achsenmächte und den Auswirkungen des Vertrages auf die Organisationen des antifaschistischen Widerstands.
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Warum entschied sich Stalin für Hitler? Eine Analyse auf der Grundlage freigegebener Dokumente des Politbüros aus dem Archiv des Präsidenten der russischen Föderation

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In den Jahren 2007–2013 wurden im Archiv des Präsidenten der russischen Föderation (APRF) verschiedene Dokumente freigegeben, die die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den übrigen Staaten Europas betreffen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Dokumente, die im Fond des Politbüros (F. 3) hinterlegt sind, der von den zuständigen Archivaren Ende der 60er und im Verlauf der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts angelegt wurde. Dieser Bestand stellt kein systematisches Archiv dar, sondern enthält eine Sammlung der allerunterschiedlichsten Dokumente über die Tätigkeit des Politbüros, die weder das tägliche internationale Geschäft der Sowjetunion und des Politbüros widerspiegeln, noch alle Aspekte der sowjetischen Diplomatie der Zeit erschöpfend beleuchten. Mit ande­­ren Worten: zur Enttäuschung der Forscher beantworten die Akten des APRF nicht alle Fragen, die unter den Historikern tiefgreifende Meinungsunterschiede hervorgerufen haben. Gleichwohl lassen sich durch den Vergleich der freigegebenen mit den bereits publizierten Dokumenten wichtige neue oder bislang unzureichend gewürdigte Faktoren ausmachen, die von entscheidendem Einfluß auf den Kurswechsel der sowjetischen Außenpolitik in Frühling und Sommer 1939 waren.

Unseres Erachtens hat der Spanische Bürgerkrieg und die von Großbritannien, Frankreich und den USA aktiv verfochtene Politik der Nichteinmischung die Position des Kremls gegenüber den Westmächten nachhaltig beeinflußt. Aus Moskauer Sicht nahm sich die Situation folgendermaßen aus: der Faschismus erstarkt und bereitet sich auf einen Krieg vor. England und Frankreich haben nicht die Absicht, den Aggressoren entschiedenen...

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