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Gab es einen Stalin-Hitler-Pakt?

Charakter, Bedeutung und Deutung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages vom 23. August 1939

Edited By Christoph Koch

Der Sammelband gibt eine Antwort auf die in Politik und Wissenschaft verbreitete Totalitarismustheorie, die den deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag vom 23.8.1939 als Verständigung zweier wesensverwandter Diktaturen über die Aufteilung Europas und der Welt interpretiert. Die Beiträge erhellen den tatsächlichen Charakter des Vertrags, die deutschen und die sowjetischen Motive für seinen Abschluss sowie seine Bedeutung für die militärische Niederringung des Dritten Reiches und damit für die europäische Nachkriegsordnung. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Scheitern der sowjetischen Bemühungen um die Schaffung einer britisch-französisch-sowjetischen Allianz gegen die Achsenmächte und den Auswirkungen des Vertrages auf die Organisationen des antifaschistischen Widerstands.
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Die deutsch-polnischen Beziehungen der Zwischenkriegszeit und die Ursprünge des Zweiten Weltkriegs

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Stanisław Żerko

Die deutsch-polnischen Beziehungen der Zwischenkriegszeit und die Ursprünge des Zweiten Weltkrieges

Die Beziehungen zwischen Polen und Deutschen waren schon an der Schwelle der Zwischenkriegsperiode aufgrund der aus der Vergangenheit resultierenden Belastungen vergiftet. Schmerzlich erinnerte man sich in Polen der Rolle Preus­sens als Initiator der Teilungen Polens im 18. Jahrhundert sowie der berüchtigten Germanisierungspolitik in den ethnisch polnischen Gebiete des Deutschen Reiches. Diese Erfahrungen hatten in Polen die Überzeugung von der ewigen deutschen Expansion nach Osten („Drang nach Osten“) gestärkt. Die Bestimmung der gemeinsamen Grenze war nicht eine bloße Folge des Versailler Vertrages, sondern wurde von blutigen Kämpfen – zunächst in Großpolen, später auch in Oberschlesien – begleitet. Die Festlegung der ­neuen deutschen Ostgrenze nahmen die Deutschen mit Erstaunen und Empörung, ja als himmelschreiendes Unrecht auf. Man protestierte insbesondere gegen die Abtrennung Danzigs vom Deutschen Reich, aber auch gegen den Anschluß Pom­me­rellens („Westpreußens“) an Polen. Polen erhielt dadurch einen Zugang zum Meer, während Deutschland im gleichen Zug die direkte Verbindung zu Ostpreußen verlor, das von nun an durch den sogenannten „polnischen Korridor“ vom Reichsgebiet getrennt war. Sowohl Danzig als auch Pommerellen hatten freilich bis ins 18. Jahrhundert jahrhundertelang zum Polnischen Königreich gehört. Hauptziel der Außenpolitik der Weimarer Repu­blik war von Anfang an die Revision des Versailler Vertrages und insbesondere die Revision der deutschen Ostgrenze.

Alles wies darauf hin, daß der deutsch-polnische Konflikt...

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