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Schriftspracherwerb unter sprachlich erschwerten Bedingungen

Eine Untersuchung zur sprachlichen Verarbeitung und zur Rechtschreibung bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen im höheren Grundschulalter

Kathrin Hübner

Bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen (SES) zeigen sich besonders häufig umfangreiche Schwierigkeiten im Erwerb der Schriftsprache. Katrin Hübner stellt diagnostische Erhebungen zur sprachlichen Verarbeitung und zur Rechtschreibung bei Kindern mit SES in Klasse 4 vor, durch die viele Schwierigkeiten in den metasprachlichen Leistungen und in den Strategien des Rechtschreibens aufgedeckt werden. Ihre Ergebnisse zeigen die große Bedeutung individueller und entwicklungsentsprechender Förderung auch im höheren Grundschulalter, die nicht nur orthographische, sondern auch phonologische Förderbedürfnisse berücksichtigt. Gerade vor dem Hintergrund der integrativen bzw. inklusiven Bemühungen bietet das Buch wertvolle Erkenntnisse für die pädagogische Unterrichtspraxis.
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2. Theoretische Grundlagen

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2.  Theoretische Grundlagen

Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit Fragen des Schriftspracherwerbs bei Kindern mit lautsprachlich erschwerten Ausgangs- bzw. Entwicklungsbedingungen im höheren Grundschulalter. Zu diesem Zeitpunkt interessieren insbesondere die orthographischen26 Rechtschreibleistungen bzw. –schwierigkeiten der Kinder. Ziel ist es, die als zusammenhängend angenommene Sprachverarbeitung auf phonologischer und orthographischer Ebene genauer zu analysieren.

Im Rahmen der hier vorliegenden Pilotstudie wird eine Schülergruppe herausgegriffen, die sich die Schriftsprache vor dem Hintergrund sehr umfangreicher (multimodaler) Sprachentwicklungsstörungen erarbeiten muss. Da die Forschungslage keine spezifischen Kenntnisse zum Schriftspracherwerb von Kindern mit multimodalen Sprachentwicklungsstörungen bietet, muss grundsätzlich vom ‚normalen‘ Schriftspracherwerb ohne sprachliche Entwicklungserschwernisse ausgegangen werden. Deshalb orientieren sich die theoretischen Ausführungen an gängigen entwicklungspsychologischen und prozessorientierten Modellvorstellungen bei ‚Regelschülern‘. Da die Rechtschreibleistungen untersucht werden sollen, bleiben Aspekte des Lesens weitgehend unberücksichtigt und werden nur dort aufgegriffen, wo beide Leistungen ineinandergreifen. Mögliche Störungen im Schriftspracherwerb (im Sinne von Lese-Rechtschreib-Störungen) werden besonders berücksichtigt, genauso wie Zusammenhänge zur Lautsprache. Metasprachliche Fähigkeiten als Teil der zentralen Sprachverarbeitungsleistungen werden als ‚Bindeglied‘ zwischen Laut- und Schriftsprachentwicklung angenommen. Sie stehen im Zentrum der Untersuchung und werden entsprechend ausführlich thematisiert. Dabei wird auch auf den Aspekt des ‚sprachlichen Arbeitsgedächtnisses‘ hingewiesen, da dieser in der Literatur immer wieder als ‚limitierender Faktor der Sprachverarbeitungsleistungen‘ genannt wird (vgl. Gathercole & Baddeley 1993, 259; Glück 2000, 48f.; Gathercole & Pickering 2000, 189ff.; Hasselhorn et al. 2010, 257 ff.).

Grundlegend für die geplante ‚Pilotstudie...

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