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Schriftspracherwerb unter sprachlich erschwerten Bedingungen

Eine Untersuchung zur sprachlichen Verarbeitung und zur Rechtschreibung bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen im höheren Grundschulalter

Kathrin Hübner

Bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen (SES) zeigen sich besonders häufig umfangreiche Schwierigkeiten im Erwerb der Schriftsprache. Katrin Hübner stellt diagnostische Erhebungen zur sprachlichen Verarbeitung und zur Rechtschreibung bei Kindern mit SES in Klasse 4 vor, durch die viele Schwierigkeiten in den metasprachlichen Leistungen und in den Strategien des Rechtschreibens aufgedeckt werden. Ihre Ergebnisse zeigen die große Bedeutung individueller und entwicklungsentsprechender Förderung auch im höheren Grundschulalter, die nicht nur orthographische, sondern auch phonologische Förderbedürfnisse berücksichtigt. Gerade vor dem Hintergrund der integrativen bzw. inklusiven Bemühungen bietet das Buch wertvolle Erkenntnisse für die pädagogische Unterrichtspraxis.
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3. Empirische Untersuchung

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3.  Empirische Untersuchung

3.1  Vorüberlegungen und Zielsetzung der empirischen Untersuchung

Wie bereits ausgeführt wurde, zeigen Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen besonders häufig Schwierigkeiten beim Erwerb der Schriftsprache. Welche Teilfertigkeiten bei ihnen gerade im höheren Grundschulalter betroffen sind (d. h. welche Rechtschreibschwierigkeiten und -strategien dominieren) und wieweit sich Zusammenhänge zu sprachlichen Verarbeitungsfähigkeiten finden lassen, ist bis heute nicht hinreichend untersucht. Es soll Gegenstand der eigenen Untersuchung sein.153 Die Erhebung folgt dabei grundlegend den Anforderungen von Braun (1978, 157), Schmid-Barkow (1999, 73) und Osburg (2000, 3), die hinter den sprachlichen Störsymptomen liegenden ‚sprachlichen Elementarprozesse‘ und deren Bedingungen zu untersuchen bzw. spezifische Zusammenhänge zwischen phonologischen, grammatischen etc. Störungen und Schriftspracherwerbsprozessen zu erforschen.

Ausgangspunkt sollen dabei die auf der Oberflächenebene erkennbaren Rechtschreibschwierigkeiten sein, die im Rahmen einer Art Feldstudie zunächst erhoben werden und dann als Referenzwerte dienen sollen. Anhand rechtschriftlicher Leistungsgruppen (Extremgruppen) sollen dahinterstehende Sprachverarbeitungsleistungen ermittelt werden, die im Sinne von ‚Wirkfaktoren mit prädiktivem Charakter‘ diagnostische Relevanz versprechen und Möglichkeiten zu didaktisch-methodischen (und ggf. institutionell-organisatorischen) Schlussfolgerungen bieten. Die Arbeit mit Extremgruppen verspricht dabei ein besseres Erkennen ursächlicher Zusammenhänge. Sie liefert deutlichere Informationen über mögliche Wirkfaktoren/Prädiktoren, da das Risiko unscharfer Korrelationen reduziert wird. Dem Risiko einer möglichen Überzeichnung von Korrelationen wird Rechnung getragen, da dem Extremgruppenvergleich der Stellenwert einer Pilotstudie zugeschrieben wird. Sie dient zur Vorklärung von Wahrscheinlichkeiten. Eine weitere, verbreiterte Forschung wird unabhängig davon fortzuführen sein. ← 149 | 150...

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