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Prag in der amerikanischen Literatur: Cynthia Ozick und Philip Roth

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Simone Kraus

Präsentation und Signifikanz Prags im Erzählwerk von Cynthia Ozick und Philip Roth bilden das zentrale, bislang nicht erforschte Thema dieses Buches. Die Verbindungen, die durch Ozicks Rückgriff auf die Prager jüdische Legendentradition und Roths durch Kafka ausgelöste Befassung mit dem Prag der 1970er Jahre zur amerikanischen Gegenwart hergestellt werden, verdeutlichen die transatlantische Ausstrahlung dieser traditionsreichen europäischen Stadt, die nicht nur als Brücke zwischen den Kontinenten, sondern auch als Vorbild und Gedächtnisort fungiert. Um das überragende Wirkpotenzial dieser zum American Icon erwachsenen Stadt aufzuzeigen, bedient sich die Autorin der Theorien der Imagologie und Ikonologie und erkundet die historischen Grundlagen sowie die vorausgegangenen literarischen Darstellungen.
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6 Gesamtergebnis und Ausblick: "The attachment I feel to Prague" – Die Stadt Prag als Ort persönlicher Transformation und urbaner Transposition

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6   Gesamtergebnis und Ausblick: "The attachment I feel to Prague"475 – Die Stadt Prag als Ort persönlicher Transformation und urbaner Transposition

"Memory is essential not only for the continuity of individual identity, but also for the transmission of culture and for the evolution and continuity of societies over centuries. […] Much as shared memory enriches our lives as individuals, loss of memory destroys our sense of self."

– Eric R. Kandel, In Search of Memory

Dieses einleitende Zitat aus Eric R. Kandels Buch In Search of Memory: The Emergence of a New Science of Mind lenkt den Blick auf eine wesentliche Komponente der untersuchten Werke von Cynthia Ozick und Philip Roth: Erinnerung als Pfeiler der Kultur einer Stadt, eines Landes, aber auch als Pfeiler der persönlichen Identität eines Individuums. Durch ihre intensive Auseinandersetzung mit der Stadt Prag stellen sich die Protagonisten Ruth Puttermesser, David Kepesh und Nathan Zuckerman dem Vergessen entgegen. Für sie ist Prag ein Ort, an dem sich Erinnerungen zu einem historischen und kulturellen Gedächtnis verdichten. Es ist die Stadt, in der Rabbi Löw seinen Golem erschuf; in der Kafka lebte und wirkte; in der sich das politische Schicksal Europas entschied, als sie aus der Mitte des Kontinents herausgerissen wurde.

Ozick und Roth bauen auf diesen Erinnerungen auf und setzen diese zu einem Bild zusammen, das einerseits mit dem Leben ihrer jeweiligen Figuren eng verknüpft ist und das andererseits ihre Art, die Welt wahrzunehmen, nachhaltig...

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