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Zur Kultur der DDR

Persönliche Erinnerungen und wissenschaftliche Perspektiven- Paul Gerhard Klussmann zu Ehren

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Edited By Frank Hoffmann

Das Zusammenwachsen Deutschlands seit 1990 wurde von oft persönlich verletzenden Auseinandersetzungen über die Kultur der DDR und ihre ideologischen Grundlagen begleitet. Mancher Literatur- oder Bilderstreit wurde fast als Stellvertreterkrieg inszeniert. Die Beiträge dieses Bands plädieren, oft mit lebensgeschichtlicher Beglaubigung, für eine Versachlichung des Dialogs, ohne die Unterschiede von Diktatur und Demokratie einzuebnen. Mit einem weiten Kulturbegriff zeichnen sie ein differenziertes Bild kultureller Lebenswelten der DDR: von den Künsten und der Literatur über Wissenschaft, Mode, Konsumkultur und Auszeichnungswesen bis zu Geschichtsbewusstsein, Schule, Bildung und der Gegenwelt des evangelischen Pfarrhauses. Nationale und internationale Kontexte der DDR-Kultur werden erkennbar.
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Umbau des Lebens – Der totalitäre Konstruktivismus einer „lebensbauenden“ und Zukunft antizipierenden Kunst in Sowjetunion und DDR 1920-1989

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Umbau des Lebens. Der totalitäre Konstruktivismus einer „lebensbauenden“ und Zukunft antizipierenden Kunst in der Sowjetunion und in der DDR 1920-1989

Eckhart J. Gillen

The connection of the GDR art on the cultural pattern of the Soviet Union is incontrovertible, especially for the paradigm of „socialist realism”. Referring to the Russian avant-garde and its totalitarian transformation in the 1920s, the paper works out the high extent to which art was part of an anti-human re-education program. Whereas the art of social realism anticipated the future, it helped creating the „new man”. The final analysis of this program in East Germany focuses on the official Alfred Kurella and the Bitterfelder Weg.

Dieser Beitrag ist ein Versuch, die Kunst der DDR in allen ihren Erscheinungsformen als eine Fortsetzung des sowjetischen Projekts eines revolutionären Umbaus des Lebens im Rahmen der Kulturrevolution und damit als eine legitime Tochter der Moderne und der Aufklärung zu betrachten. Die Kunst des Sozialistischen Realismus in der DDR ist kein Rückfall ins 19. Jahrhundert, sondern Teil der Moderne und Bestandteil der deutschen Nachkriegskunst. Moderne meint nicht nur die Befreiung aus Konventionen und Traditionen, sondern schließt auch die zwanghaften, totalitären Züge eines Umerziehungsprogramms mit ein. Diese auf die Ideenlehre von Platon zurück gehende Moderne eignet sich auf dem Gebiet der Bildenden Kunst alle Stilformen an, um sie als Medien einer psychophysischen Umerziehung der Massen einzusetzen.

Traditionell wird die Geschichte der Kunst nach der Oktoberrevolution als...

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