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Zur Kultur der DDR

Persönliche Erinnerungen und wissenschaftliche Perspektiven- Paul Gerhard Klussmann zu Ehren

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Frank Hoffmann

Das Zusammenwachsen Deutschlands seit 1990 wurde von oft persönlich verletzenden Auseinandersetzungen über die Kultur der DDR und ihre ideologischen Grundlagen begleitet. Mancher Literatur- oder Bilderstreit wurde fast als Stellvertreterkrieg inszeniert. Die Beiträge dieses Bands plädieren, oft mit lebensgeschichtlicher Beglaubigung, für eine Versachlichung des Dialogs, ohne die Unterschiede von Diktatur und Demokratie einzuebnen. Mit einem weiten Kulturbegriff zeichnen sie ein differenziertes Bild kultureller Lebenswelten der DDR: von den Künsten und der Literatur über Wissenschaft, Mode, Konsumkultur und Auszeichnungswesen bis zu Geschichtsbewusstsein, Schule, Bildung und der Gegenwelt des evangelischen Pfarrhauses. Nationale und internationale Kontexte der DDR-Kultur werden erkennbar.
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Der Zeit-Ort DDR und seine Literatur. Eine literaturgeschichtliche Konzeption

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Wolfgang Emmerich

Since the first appearance of his Short History of Literature of the GDR (1981), Wolfgang Emmerich has continuously reflected upon his theoretical approach in self-critical manner, the evidence of which is his sustained writing. His current layout argues a reinterpretation of the GDR literature in the mode of the spatial turn: as a „TimePlace” or Chronotopos GDR(-Literature) in terms of Bakhtin's the GDR proves in its 40-year existence as coherent and (largely) homogeneous, to be exemplified on eleven categories (by territorial limits up to the rule of law). Incidentally it felt victim to an initially slow diffusion and finally to a rather rapid breakup.

I.  Der Stand der Dinge

Am häufigsten wurde einem als sogenanntem Experten für DDR-Literatur in der Wendezeit die Frage gestellt, ob man jetzt nicht arbeitslos würde, wo doch das Sammelgebiet DDR-Literatur abgeschlossen sei. Wäre aus dieser Frage ein Forschungskriterium abzuleiten, dann wäre jegliche Bemühung um Literaturgeschichte müßig, waren doch alle Sammelgebiete, heißen sie nun Minnesang, Barock, Expressionismus, NS-Literatur oder eben DDR-Literatur, irgendwann einmal abgeschlossen. So konnte man entgegnen: Im Gegenteil, jetzt, da die DDR untergegangen und also historisch geworden ist (und sich die Archive und Schubladen öffnen), wird sie und ihre Literatur sich erst richtig erforschen lassen. In der Tat ist ja die DDR mittlerweile als eine politische und soziokulturelle Kristallisation erkennbar, die von ihrer Geburt bis zu ihrem Ende hin als Resultat der globalen Konstellation zu...

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