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Zur Kultur der DDR

Persönliche Erinnerungen und wissenschaftliche Perspektiven- Paul Gerhard Klussmann zu Ehren

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Frank Hoffmann

Das Zusammenwachsen Deutschlands seit 1990 wurde von oft persönlich verletzenden Auseinandersetzungen über die Kultur der DDR und ihre ideologischen Grundlagen begleitet. Mancher Literatur- oder Bilderstreit wurde fast als Stellvertreterkrieg inszeniert. Die Beiträge dieses Bands plädieren, oft mit lebensgeschichtlicher Beglaubigung, für eine Versachlichung des Dialogs, ohne die Unterschiede von Diktatur und Demokratie einzuebnen. Mit einem weiten Kulturbegriff zeichnen sie ein differenziertes Bild kultureller Lebenswelten der DDR: von den Künsten und der Literatur über Wissenschaft, Mode, Konsumkultur und Auszeichnungswesen bis zu Geschichtsbewusstsein, Schule, Bildung und der Gegenwelt des evangelischen Pfarrhauses. Nationale und internationale Kontexte der DDR-Kultur werden erkennbar.
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Bericht zur Konferenz in Bochum, 23. bis 25. Mai 2013

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Frank Hoffmann

Einen Impuls zu der Bochumer Konferenz gaben die symbolisch hoch aufgeladenen Debatten um die Bewertung der DDR; die sich ab 1990 an Aspekten der Kultur entzündet haben – vom Literaturstreit um Christa Wolf über den „Weimarer Bilderstreit“ bis zu den Kontroversen um Geschichtsbilder und Alltagskultur in den letzten Jahren. Neben diesen sehr oft grundsätzlichen Erörterungen hat sich jedoch eine durch intensive Archivarbeit fundierte Erforschung zahlreicher einzelner Sektoren des kulturellen und künstlerischen Lebens der DDR entwickelt, die in der Fülle ihrer Detailbefunde neuerlicher Integration bedarf, um auch in diesen Debatten Wirksamkeit zu entfalten.

Angesichts der Fülle von Spezialstudien und sektoralen Übersichten stellt sich also die Frage nach einer neuen transdisziplinären Matrix zur Kulturgeschichte der DDR. Reicht der klassische Dualismus von „Politik und Kultur“, der auf dem deutschen Deutungsmuster „Macht versus Geist“ fußt? Oder bedürfen Eigenlogik und Eigensinn der Künste und der „Kulturschaffenden“ doch eines neuen Zugriffs? Was bringt ein Blickwechsel, der einer „Verflechtungsgeschichte“ oder der vergleichenden Kommunismusforschung Rechnung trägt? Fragen wie diese wollte die internationale und fachübergreifend konzipierte Konferenz zur Diskussion stellen, dabei zugleich den Bochumer Literaturhistoriker und Germanisten Paul Gerhard Klussmann im Jahr seines 90. Geburtstag ehrend, der über drei Jahrzehnte den wissenschaftlichen und literaturkritischen Dialog über die DDR-Kultur maßgeblich mitgestaltet und immer wieder zum Gespräch über die Grenzen von Nationen, Disziplinen und Generationen hinweg ermutigt hat. Die einzelnen Haupt- und Sektionsbeiträge trugen in unterschiedlicher Form immer auch...

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