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Zur Kultur der DDR

Persönliche Erinnerungen und wissenschaftliche Perspektiven- Paul Gerhard Klussmann zu Ehren

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Frank Hoffmann

Das Zusammenwachsen Deutschlands seit 1990 wurde von oft persönlich verletzenden Auseinandersetzungen über die Kultur der DDR und ihre ideologischen Grundlagen begleitet. Mancher Literatur- oder Bilderstreit wurde fast als Stellvertreterkrieg inszeniert. Die Beiträge dieses Bands plädieren, oft mit lebensgeschichtlicher Beglaubigung, für eine Versachlichung des Dialogs, ohne die Unterschiede von Diktatur und Demokratie einzuebnen. Mit einem weiten Kulturbegriff zeichnen sie ein differenziertes Bild kultureller Lebenswelten der DDR: von den Künsten und der Literatur über Wissenschaft, Mode, Konsumkultur und Auszeichnungswesen bis zu Geschichtsbewusstsein, Schule, Bildung und der Gegenwelt des evangelischen Pfarrhauses. Nationale und internationale Kontexte der DDR-Kultur werden erkennbar.
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Vorbemerkung

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Frank Hoffmann

Paul Gerhard Klussmann, der Bochumer Germanist und Deutschlandforscher, vollendete im Jahre 2013 sein 90. Lebensjahr. Zu seinen Ehren und unter bewegender, aktiver Mitwirkung des Jubilars fand im Mai 2013 an der Ruhr-Universität Bochum eine dreitägige Konferenz zur Kulturgeschichte der DDR statt, mit der er sich selbst seit über 35 Jahren beschäftigt. Im Sommersemester des gleichen Jahres fand parallel eine Ringvorlesung mit entsprechender Themenstellung statt, die von Mitgliedern und Gästen des Instituts für Deutschlandforschung für eine erfreulich große Teilnehmerzahl von Studierenden durchgeführt wurde. Diese Nähe von Forschung, Gespräch der Experten und akademischer Lehre – überhaupt der diskursive oder besser: kolloquiale Austausch – sind charakteristisch für Paul Gerhard Klussmann, den Meister der Rede und mehr noch der freundschaftlichen Dialoge. Lehraufgaben waren ihm niemals schnöde Verpflichtung, sondern stets die Kür professoralen Wirkens; eigene Projekte und Forschungen wurden eher zurückgestellt als dass es Studierenden an Hilfe, Belehrung oder wissenschaftlicher Begleitung fehlen durfte.

Auch für die Struktur der Konferenz hatten die Verantwortlichen den Ehrgeiz, sie an Maßstäben zu entwickeln, die Paul Gerhard Klussmann gesetzt hatte. Naturgemäß sollte und musste sie multidisziplinär sein, aber sie sollte nicht nur Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fächer zusammenführen, die zum interdisziplinären Gespräch bereit waren. Sie sollte zugleich auch den Austausch zwischen den Nationen und zwischen den Generationen anregen, zwei von Paul Gerhard Klussmann wunderbar gestaltete Prinzipien, nicht zuletzt in seinen großen...

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