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Die deutschen Seehäfen im Fokus überregionaler Entwicklungspolitik

Eine Folgenabschätzung zum Nationalen Hafenkonzept

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Iven Krämer

Hafenpolitik ist Ländersache – dieser traditionelle Grundsatz wird zunehmend durch eine überregionalen Zielen verpflichtete Hafenplanung ersetzt. Das Buch dokumentiert, dass sich das über Jahrzehnte bewährte System der Hafenentwicklungsplanung in Deutschland im Umbruch befindet und dass der Aspekt der Hafenkooperation sowohl auf freiwilliger Basis als auch in Ausfüllung rechtlicher Vorgaben eine wachsende Bedeutung erlangt. Das fortschreitende Wachstum der Schiffsgrößen mit den damit verbundenen technischen, infrastrukturellen und logistischen Anforderungen sowie die Herausforderungen der Energiewende dominieren die jüngere Entwicklung und Perspektive der deutschen Seehäfen. Über das Nationale Hafenkonzept sucht der Bund deshalb nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten.
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4. Hafenentwicklungsplanung in Deutschland

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4. Hafenentwicklungsplanung in Deutschland

Der Begriff der Hafenentwicklungsplanung war vor allem unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen, wobei hier mit Blick auf den Bereich der Seehäfen primär auf eine Untersuchung zur strategischen Hafenplanung von Oppel verwiesen werden soll. In dieser wird der strategische Planungsprozess als sich beständig wiederholender, mehrstufiger Prozess mit den Phasen der Analyse, der Strategieentwicklung und der Erstellung des strategischen Programms beschrieben. Dargelegt wird, dass die strategische Hafenplanung prinzipiell einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit dient.117 Im Weiteren wird bei Oppel eine Abgrenzung der strategischen Planung von anderen Planungsaktivitäten im Hafenbereich vorgenommen, bei denen der Hafenentwicklungsplanung nur eine Nebenrolle zugewiesen wird. Obwohl gerade diese die zentrale Zielstellung der strategischen Planung verfolgt, wird einschränkend angemerkt, dass bei der Hafenentwicklungsplanung keine Bewertung der einzelnen Hafeninfra- und Suprastrukturinvestitionen erfolge und auch bestenfalls eine mehr oder minder grobe Übersicht der Kosten für die einzelnen Investitionsprojekte enthalten sei. Unter Verweis auf die Hafenentwicklungspläne von Lübeck und Hamburg von Mitte bis Ende der 1990er Jahre wird ausgeführt, dass keine Nutzenbewertung der Investitionen durchgeführt werde und deshalb „auch keine Aussagen über die bestmögliche Ausnutzung der eingesetzten Ressourcen getroffen werden.“118

Diese Feststellungen entsprechen den jüngeren Erfahrungen der Hafenentwicklungsplanung in Bremen und Bremerhaven. Seit den 2000er Jahren wurden hier mit mehreren Masterplänen für räumlich bzw. funktional begrenzte Hafenbereiche z. B. dem Automobile-Logistics-Center Bremerhaven, dem Industriehafen Bremen oder dem Bremer Hafen- und Logistikzentrum Links der Weser die Grundlagen...

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