Show Less
Restricted access

Wie flektieren Schulkinder die Vergangenheitsformen starker Verben?

Untersuchungen zu Dritt-, Fünft- und Siebtklässlern

Series:

Sonja Wonner

Das Buch ist besonders von Interesse für Linguisten, Psycholinguisten, Sprachdidaktiker und Lehrer. Die umfangreiche Studie mit 146 Schulkindern untersucht, wie sich die Präterital- und Partizipformen starker Verben von der 3. über die 5. zur 7. Jahrgangsstufe entwickeln. Daten sind Bildergeschichten und Lückentexte, zwei in der Schulpraxis häufig verwendete Textsorten. Beide beeinflussen die Fehlerhäufigkeit in der Präteritalbildung. Detaillierte Fehleranalysen zeigen, wie sich die Strategien der Schulkinder verändern. Formen wie * schwimmte, * schwammte oder * schwumm sind Ausprägungen verschiedener Entwicklungsphasen, die anhand eines Modells erläutert werden.
Show Summary Details
Restricted access

3. Spracherwerbsstudien zum Erwerb von Vergangenheitsformen

Extract



In der angloamerikanischen Forschung werden die Verben in reguläre und irreguläre Verben eingeteilt. Während reguläre Verben ihr past participle auf –ed bilden (z. B. asked, invited), existieren für die irregulären Verben je eigene Formen (z. B. went, swam, bought). Die Anzahl der irregulären Verben im Englischen (207 irreguläre Verben, Quirk et al. 19798,119–121) ist im Vergleich zu den starken Verben im Deutschen ein wenig höher (169 starke Verben, Theobald 1992, 42).

Bevorzugte Untersuchungsbereiche für den Erwerb der Morphologie sind die Pluralbildung und die Verbflexion. Zum Erwerb der englischen Flexionsmorphologie gibt es viele Studien, die die Anzahl und die Art der Lernmechanismen diskutieren. Bekannt ist die bis heute andauernde und international geführte Debatte zwischen symbolorientierten und konnektionistischen Modellen aus der Kognitiven Psychologie und der Linguistik. Anhänger der symbolistischen Theorie (3.1) gehen von zwei verschiedenen Erwerbsmechanismen für die reguläre und irreguläre Flexion aus: Die irregulären Formen werden assoziativ gelernt und im Lexikon gespeichert, während die regulären Formen einem regelgeleiteten Mechanismus unterliegen. Dagegen setzen Konnektionisten (3.2) einen einzigen, jedoch mehrschichtigen Mechanismus an, in dem die Muster für reguläre und irreguläre Formen erkannt werden und in Form eines assoziativen Netzwerkes repräsentiert sind. In diesem Kapitel werden die verschiedenen Positionen detaillierter dargestellt und in jeweils chronologischer Reihenfolge Studien mit englischen und deutschen Verbformen beschrieben. Eine abschließende Gegenüberstellung (3.3) bietet einen zusammenfassenden Überblick über die Spracherwerbsforschung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.