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Wie flektieren Schulkinder die Vergangenheitsformen starker Verben?

Untersuchungen zu Dritt-, Fünft- und Siebtklässlern

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Sonja Wonner

Das Buch ist besonders von Interesse für Linguisten, Psycholinguisten, Sprachdidaktiker und Lehrer. Die umfangreiche Studie mit 146 Schulkindern untersucht, wie sich die Präterital- und Partizipformen starker Verben von der 3. über die 5. zur 7. Jahrgangsstufe entwickeln. Daten sind Bildergeschichten und Lückentexte, zwei in der Schulpraxis häufig verwendete Textsorten. Beide beeinflussen die Fehlerhäufigkeit in der Präteritalbildung. Detaillierte Fehleranalysen zeigen, wie sich die Strategien der Schulkinder verändern. Formen wie * schwimmte, * schwammte oder * schwumm sind Ausprägungen verschiedener Entwicklungsphasen, die anhand eines Modells erläutert werden.
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4. Metasprachliche Repräsentationen

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Für den empirischen Teil der Arbeit wurden die Präteritalformen und Partizipien von Schulkindern in verschiedenen Testmodalitäten erhoben. Dabei werden unterschiedliche Anforderungen an die Kinder gestellt, die in den Kapiteln 4 und 5 beschrieben sind. Der Lückentext erfordert einen anderen Umgang mit grammatischem Wissen als die Bildergeschichte. Während die Kinder bei der Bildergeschichte die Verbformen automatisch bilden, richten sie beim Lückentext ihre Aufmerksamkeit auf die Verbformen und aktivieren metasprachliches Wissen. Daher ist es sinnvoll zu klären, wie ein derartiges Wissen konzeptualisiert ist. In diesem Kapitel wird zunächst der Begriff ‚Meta-Sprache‘ (4.1) definiert und im Anschluss der Unterschied zwischen impliziten und expliziten Lernformen erklärt (4.2). Implizite Prozesse erzeugen Wissen darüber, wie man etwas macht und explizite Lernprozesse befähigen dazu, dass man beschreiben kann, dass und was man gelernt hat. Aus der Spracherwerbsforschung (vgl. Kapitel 3) geht hervor, dass ein Entwicklungsmodell notwendig ist, das sowohl die unterschiedlichen Fehlertypen, die verschiedenen Strategien der unterschiedlichen Altersgruppen als auch explizites Wissen einbezieht. Karmiloff-Smith (1986, 1992) stellt ein Modell zur Entwicklung mentaler Repräsentationen vor. Wie Kinder (und Erwachsene) von impliziten zu expliziten Wissensrepräsentationen gelangen, wird anhand von Karmiloff-Smiths Modell verdeutlicht (4.3).

4.1 Definition von ‚Meta-Sprache‘

Zunächst soll eine Unterscheidung getroffen werden zwischen den Begriffen ‚Metasprache‘ und ‚Meta-Sprache‘. Der ohne Bindestrich geschriebene Begriff beschreibt den Unterschied zur Objektsprache und dient deren (wissenschaftlichen) Beschreibung, zum Beispiel: „‚Blume‘ ist ein Substantiv mit zwei Vokalen.“ (Wehr 2001, 13ff.)

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