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Aktualität der Metapher

Das Meer, die Metapher und die Sprache

Ina Paul-Horn

Der Bedeutung und Funktion von Metaphern nachzugehen und darüber aufzuklären, ist Aufgabe der Metaphorologie. Dieses Buch legt eine differenzierte Auseinandersetzung mit Hans Blumenbergs Metaphorologie vor, deren unterschiedliche Konzeptionen die Autorin in drei Schritten darstellt und erläutert. Ein wesentliches Ergebnis, das die Konzeptionen eint, liegt in der anthropologischen Neubestimmung des Menschen. Der speziellen Bedeutung von Meeresmetaphern in philosophischen Texten wird am Beispiel ausgewählter Autoren wie Kant, Hegel, Nietzsche, Simmel und Canetti nachgegangen, für die das Meer eine jeweils unterschiedliche metaphorologische Bedeutung hat.
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3. Sprache als Problem

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3.  Sprache als Problem

Obwohl zwischen Platons und Langers Ausführungen mehr als zwei Jahrtausende liegen und beide das Thema Sprache unterschiedlich angehen, haben sie etwas gemeinsam: Ihnen wird Sprache zum Problem.

Der Platon-Dialog Kratylos gilt den meisten Philosophen als ein erstes Dokument der Sprachphilosophie. Gadamer bezeichnet ihn als „die Grundschrift des griechischen Denkens über Sprache, die die ganze Spannweite der Probleme enthält“31. Bei Platon werden Verflüssigen und Verfestigen als zwei Pole des Sprachgebrauchs erkennbar. Sprechen ist Handeln und die Sprache selbst ein besonderes Werkzeug, ein Gewebe. Susanne K. Langer hat eine andere Sicht auf das Thema Sprache, sie beschäftigte sich am Anfang ihrer philosophischen Laufbahn mit symbolischer Logik. Auch für sie wird Sprache zu einem Problem, und auch sie stößt auf das Problem des Metaphorischen in der Sprache.

Zwischen Platon und Langer liegen Welten, vor allem das, was Karl-Otto Apel die „grundlegende Spaltung des modernen Denkens“ nennt. Diese Spaltung kann beschrieben werden „gemäß den Polen der technisch-szientifischen Exaktheit und der transzendental-hermeneutischen Tiefe der Besinnung“, die auf „eine im Ausgang des Mittelalters eingetretene Differenzierung im Verhältnis des abendländischen Menschen zum Sprachlogos“ zurückgeht.32

Wie kein anderes Thema beschäftigte die Sprache im 20. Jahrhundert unterschiedliche Richtungen der Philosophie und unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen. Für Apel wird „durch das Wort ‚Sprache‘ ein Grundlagenproblem der Wissenschaft und der Philosophie – und nicht etwa nur ein empirischer Gegenstand der Wissenschaften neben anderen (innerweltlichen) Gegenständen – angezeigt“33. F...

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