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Aktualität der Metapher

Das Meer, die Metapher und die Sprache

Ina Paul-Horn

Der Bedeutung und Funktion von Metaphern nachzugehen und darüber aufzuklären, ist Aufgabe der Metaphorologie. Dieses Buch legt eine differenzierte Auseinandersetzung mit Hans Blumenbergs Metaphorologie vor, deren unterschiedliche Konzeptionen die Autorin in drei Schritten darstellt und erläutert. Ein wesentliches Ergebnis, das die Konzeptionen eint, liegt in der anthropologischen Neubestimmung des Menschen. Der speziellen Bedeutung von Meeresmetaphern in philosophischen Texten wird am Beispiel ausgewählter Autoren wie Kant, Hegel, Nietzsche, Simmel und Canetti nachgegangen, für die das Meer eine jeweils unterschiedliche metaphorologische Bedeutung hat.
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3. Entdeckungsmeer – Vermittlungsmeer – Weltmeer. Die Metapher des Meeres bei Hegel

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3.  Entdeckungsmeer – Vermittlungsmeer – Weltmeer. Die Metapher des Meeres bei Hegel

Geographische Grundlage der Natur für das Denken

Welchen Stellenwert Naturgegebenheiten für die Philosophie, für das Denken, haben, war eine der Fragen, die im vorangehenden Abschnitt zu Kant zur Sprache gekommen sind. Hegel gibt uns in seiner Philosophie der Geschichte darauf eine Antwort. Zwar räumt er dem Geist Priorität ein, aber da der Geist in der Wirklichkeit erscheinen muss, wird die Natur von ihm als „Grundlage“ anerkannt. Der Naturzusammenhang sei zwar etwas Äußerliches, „aber insofern wir ihn als Boden, auf welchem sich der Geist bewegt, betrachten müssen, ist er wesentlich und notwendig eine Grundlage.“34 Der Geist lernt an besonderen natürlichen Voraussetzungen; die unterschiedlichen natürlichen Gegebenheiten geben dem Geist für Hegel eine „geographische Grundlage“35. Wie soll man die Bedeutung der Natur für den Geist einschätzen? „Die Natur darf nicht zu hoch und nicht zu niedrig angeschlagen werden; der milde ionische Himmel hat sicherlich viel zur Anmut der homerischen Gedichte beigetragen, doch kann er allein keine Homere erzeugen; auch erzeugt er sie nicht immer.“36 Es gibt natürliche Voraussetzungen, aber diese allein genügen nicht, um ein geistiges, kulturelles Phänomen zu erzeugen. Es ist aus heutiger Sicht erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit Hegel natürliche (materielle) Zusammenhänge mit sozialen und politischen Ereignissen in Verbindung bringt.37 Die natürlichen Bedingungen werden von ihm in Rechnung gestellt, sie dürften aber nicht zu stark...

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