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«Der Papst und der Bienenkorb»: Marcel Reich-Ranicki als ein Akteur im literarischen Feld der Bundesrepublik

Jasmin Ahmadi

Das Buch befasst sich mit Deutschlands bekanntestem Literaturkritiker: Mit Marcel Reich-Ranicki betrat 1958 ein Akteur die literarische Bühne der BRD, der bis dahin kaum über Kontakte zum westdeutschen literarischen Feld verfügte. Dennoch gelang es ihm innerhalb von nur 15 Jahren zum Leiter der Redaktion für Literatur und literarisches Leben bei der FAZ zu avancieren und zu einer der zentralen Benennungsmächte des literarischen Feldes der Bundesrepublik aufzusteigen. Jasmin Ahmadi legt dar, wie es dem Kritiker über die Jahre gelang, die feldspezifischen Kapitalien zu erwerben, strategisch wichtige Positionen einzunehmen und die informelle Struktur des literarischen Feldes zu seinen Gunsten zu verändern. Als Analyseinstrument wird dazu Pierre Bourdieus Theorie des literarischen Feldes verwandt.
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3. Die Konzeption des literarischen Feldes

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3. Die Konzeption des literarischen Feldes

Nach Bourdieu unterteilt sich der mehrdimensionale soziale Raum110 in relativ autonome Felder, in denen nach eigenen Regeln konstitutiver Art ‚gespielt‘ wird.111 Bourdieu bezeichnet diese daher auch als Praxisfelder, „als historisch konstituierte Spielräume mit ihren spezifischen Institutionen und je eigenen Funktionsgesetzen.“112 Die Grenzen der Felder seien hierbei stellenweise fließend, was eine klare Abgrenzung teilweise erschwere. Es existiere hiernach unter anderem das universitäre Feld, das Feld der Politik, das kulturelle Feld, das religiöse Feld usw.113 Diese Felder können sich wiederum in zahlreiche Teilfelder aufgliedern. So unterteilt sich beispielsweise das kulturelle Feld in das Feld der Bildendenden Künste und das Feld der Literatur.

3.1 Logik und Struktur des Feldes

Wer verliert, gewinnt.114

Unter den zahlreichen Feldern innerhalb des sozialen Raums ist es insbesondere das literarische Feld, welches für Bourdieu im Vergleich zu den anderen Feldern mit ganz spezifischen Eigenschaften versehen ist: So gelten in ihm die Prinzipien des Machtfeldes in umgekehrter Form, respektive verhält sich die Logik des Feldes der Macht invers zur Eigenlogik des literarischen Feldes. Das Feld der Macht definiert Bourdieu wie folgt: Es

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