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Unwirtliche Landschaften

Imaginationen der Ödnis in Literatur und Medien

Edited By Sabine Eickenrodt and Katarína Motyková

Die Beiträge untersuchen Landschaften wie Wüste, Steppe, Puszta, Nordpol oder Walachei, die den disanthropischen Topos vom «Ende der Welt» aufnehmen. Neuere Erzählungen, Reiseberichte und Filme zeigen die ambivalente Faszinationskraft der Unwirtlichkeit vornehmlich «östlicher» Regionen. Dabei erweist sich die imaginierte Ödnis nicht selten als sekundäre Wildnis, als historisch verschuldete, «kontaminierte» Leere. Die Studien thematisieren Zeit- und Raumbilder sowie Topographien der Ödnis an Beispielen von Leopold von Sacher-Masoch, Per Olof Sundman, Caroline Pichler, Judith Schalansky, Christa Wolf, Christoph Ransmayr, Martin Pollack, Wolfgang Herrndorf, Hans-Ulrich Treichel, Uwe Johnson sowie im Heimatfilm Wolfgang Liebeneiners und in Michael Hanekes Filmapokalypse Wolfzeit.
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„Lektionen der Leere“. Westfalen und Wolhynien im Werk Hans-Ulrich Treichels

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Kirsten Möller

„Lektionen der Leere“.1 Westfalen und Wolhynien im Werk Hans-Ulrich Treichels

Abstract: This article deals with aspects of the following four different works of prose by Hans-Ulrich Treichel, born in 1952, writer, poet and Professor of German Literature at the Deutsches Literaturinstitut Leipzig: Von Leib und Seele (1992), Heimatkunde oder Alles ist heiter und edel (1996), Menschenflug (2005) and Anatolin (2008). All these texts refer to and play with autobiographical elements – the parent’s loss of their eldest son in the aftermath of World War II. My main question is how the prose works present different places of origin: the first-person narrator’s place of birth in Ostwestfalen and his parent’s former places of residence, especially Wolhynien (Volhynia). Central to Treichel’s occupation with those places is the notion of emptiness, frightening or relieving, depending on the place it refers to. My main conclusion is that in Hans-Ulrich Treichel’s prose works, places mirror the individual’s state of mind.

„Der Ort, an dem ich geboren wurde und der einmal als DIE STADT DER WÜRSTE UND SCHINKEN in die Geschichte Ostwestfalens eingehen wird, war für mich nichts als eine trübe Ansammlung von Zweifamilienhäusern und Umgehungsstraßen, von Möbelgeschäften und Fleischereien.“2 So schildert der Icherzähler in Hans-Ulrich Treichels erstem Prosawerk mit dem Titel Von Leib und Seele, erschienen 1992, seinen Geburtsort in Ostwestfalen. Dieser Beschreibung eines Herkunftsortes möchte ich eine weitere zur Seite stellen. Den gegenwärtigen Zustand...

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