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Unwirtliche Landschaften

Imaginationen der Ödnis in Literatur und Medien

Edited By Sabine Eickenrodt and Katarína Motyková

Die Beiträge untersuchen Landschaften wie Wüste, Steppe, Puszta, Nordpol oder Walachei, die den disanthropischen Topos vom «Ende der Welt» aufnehmen. Neuere Erzählungen, Reiseberichte und Filme zeigen die ambivalente Faszinationskraft der Unwirtlichkeit vornehmlich «östlicher» Regionen. Dabei erweist sich die imaginierte Ödnis nicht selten als sekundäre Wildnis, als historisch verschuldete, «kontaminierte» Leere. Die Studien thematisieren Zeit- und Raumbilder sowie Topographien der Ödnis an Beispielen von Leopold von Sacher-Masoch, Per Olof Sundman, Caroline Pichler, Judith Schalansky, Christa Wolf, Christoph Ransmayr, Martin Pollack, Wolfgang Herrndorf, Hans-Ulrich Treichel, Uwe Johnson sowie im Heimatfilm Wolfgang Liebeneiners und in Michael Hanekes Filmapokalypse Wolfzeit.
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Sandige Einöde oder Märchenplatz? Theodor Fontanes Mark Brandenburg und Uwe Johnsons Mecklenburg

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Abstract: The works of Theodor Fontane were important to the writer Uwe Johnson. He admired the narrator’s ability to reflect the great political history in the commonplace of the ordinary people who were subjected to it. The article compares the methods of Fontane’s and Johnson’s art of narration, their poetical descriptions of real landscapes in Wanderungen durch die Mark Brandenburg (1862–89) and Jahrestage (1970–83). Fontane’s writings refer to the bleak and sandy northern German region of Brandenburg, for Johnson it was Mecklenburg, which became the central scene of his novels and short stories. The comparison of the two authors is carried out in samplings and must be limited to theses.

1.  Zwei Bilder, ein Beginn

Wer auf der Hauptstraße von Berlin kommend in das im nördlichen Brandenburg gelegene Neuruppin hineinfährt, der passiert gleich zwei Fontane-Markierungen: auf dem Ortsschild ist der Stadtname mit dem Fontanes gekoppelt, „Fontane-Stadt Neuruppin“ also, und auf einem kleinen Platz steht ein Denkmal des Dichters, durchaus stilsicher, 1907 von Max Wiese (1846−1925) geschaffen, einem angesehenen Bildhauer, der seine Kindheit im Ort verlebt hatte. Es stellt Fontane als rastenden Wanderer dar, mit abgelegtem Überzieher, Stock und Hut, Notizbuch und Stift in der Hand, rüstig und unternehmenslustig in die märkische Welt blickend, in Bronze gegossen, auf einer Bank aus Granit. Dies das erste Bild.

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