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Gotik ohne Gott?

Die Symbolik des Kirchengebäudes im 19. Jahrhundert

Wojciech Balus

Der Autor befasst sich mit der bisher nur wenig erforschten Symbolik der sakralen Architektur des Historismus. Er konzentriert sich dabei auf die unbekannten Druckquellen aus dem 19. Jahrhundert, die zeigen, dass auch in dieser Epoche die Kirchenbaukunst ein Bedeutungsträger war. Ziel der christlichen Kunst war, die konfessionelle Prägung sowohl in der Form einer Kirche als auch in der Ikonographie zu manifestieren. Der Stil wurde als Abdruck einer Weltanschauung in der Materie des Kunstwerks verstanden. Aus diesem Grund postulierte man, die Errungenschaften des Mittelalters aufzugreifen. Man nahm an, dass in diesem ausschließlich das christliche Gedankengut die Weltanschauung bestimmt habe, die Stile deswegen den religiösen Geist vollkommen zum Ausdruck gebracht hätten und die Ikonographie ideal, dogmatisch korrekt und inhaltsreich gewesen sei.
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V. Die Sprache der Stile und die Suche nach dem Sacrum

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Kapitel V Die Sprache der Stile und die Suche nach dem Sacrum

Der christliche Stil

Pater Texier war der Auffassung, dass jede neu entstehende Kirche den „Charakter […] eines sakralen und katholischen Baus“ erhalten solle1. Georg Jakob führte aus:

Wie […] der Stil der Sprache vom Geiste der Sprache bedingt und geordnet ist, so der Baustil vom Charakter des Baues; und er ist umso richtiger, je getreuer er sich diesem anschließt. Derjenige christliche, kirchliche Baustil ist der vollkommenste, der bis ins Kleinste den christlichen Geist, wie er bereits im Bauplane sich ausspricht, auch in dessen Durchführung mit einheitlicher Konsequenz festhält und erscheinen lässt2.

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