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Rechtsfragen des Transferinvestments im Lizenzfußball

Zulässigkeit und Gestaltungsmöglichkeiten

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Philipp Wackerbeck

Das Buch verdeutlicht die Rechtsprobleme von Transferinvestments, der sogenannten «third-party ownership», im Lizenzfußball. Die Investition Dritter in «Transfer-» oder «Spielerrechte» zwecks Beteiligung an der zwischen zwei Vereinen gezahlten Transferentschädigung wird von den Verbänden, insbesondere dem Weltfußballverband FIFA, kritisch gesehen. Beschränkungs- und Verbotsregeln wurden eingeführt, die nicht unumstritten sind. Philipp Wackerbeck entwickelt auf der Basis einer umfassenden Analyse verbands- und nationalrechtlicher Rahmenbedingungen einen Lösungsansatz. Er zeigt auf, dass Beschränkungen des Transferinvestments im Interesse des Sports zulässig sind, während ein vollständiges Verbot des Transferinvestments rechtswidrig ist.
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Zweiter Teil: Lizenzverbandsfußball als Rahmen des Transferinvestments

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Seitdem zu Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals Spielergehälter gezahlt wurden und der Sport sich zum Wirtschaftszweig entwickelte, kam es zu Konfliktlagen, die von den Verbänden, dem Gesetzgeber und der Rechtsprechung bewältigt werden mussten. Der Gedanke, dass der Sport durch eine zunehmende Kommerzialisierung verändert und vor substantielle Herausforderungen gestellt wird, ist insofern keinesfalls neu. Das Transferinvestment macht sich bestimmte Regelungen des Verbandsrechts im Bereich des Lizenzfußballs, namentlich den Spielervertrag und den Spielertransfer,97 zu Nutze, ist aber gleichzeitig Beschränkungen ausgesetzt, die sich ebenfalls aus den Regelungen dieses Verbandsrechts ergeben. Der Geschäftsführer der DFL, Christian Seifert, äußerte hierzu in einem Zeitungsinterview treffend, dass es für die Regulierung bestimmter Sachverhalte durch die Verbände eine Kunst sei, „das Maß zwischen Regulierung und Überregulierung zu finden“.98 Im Folgenden sollen die verbandsrechtlichen Grundlagen der Regulierung des Lizenzfußballs dargestellt werden. Nur vor diesem Hintergrund erschließt sich die Qualität der Transferinvestmentregeln99 der Verbände und die Antwort auf die Frage, ob in diesem Bereich eine unzulässige Überregulierung stattgefunden hat.100

1. Kapitel: Verbandsstrukturen

Praktischer Anlass für die Gründung von Sportverbänden ist, dass die einzelnen Sportler und Mannschaften den Spiel- und Wettkampfbetrieb nicht selbst organisieren könnten, weil sie mit der Vielfalt der zu klärenden Fragen und Beteiligten sowie dem Umfang des Sportbetriebs überfordert wären.101 Drei Merkmale kennzeichnen das Sportverbandswesen:102 Erstens sind Sportverbände pyramidenförmig aufgebaut. Zweitens herrscht das so genannte...

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