Show Less
Restricted access

Erhaltene Präsenz

Essays über die politische Sprache

Christian Gellinek

Christian Gellinek überprüft in seinem Buch die Behauptung des jungen Jacob Grimm, dass Dichtung und Recht letztlich aus einer Quelle fließen (Von der Poesie im Recht, 1816). Anhand von altdeutscher, mittlerer und neuerer Poesie und Prosa bis zu Herman Grimms Essays und Günter Grass’ Lyrik sowie seiner Streitprosa analysiert er die deutsche Sprachlandschaft. Seine Essays über die politische Sprache zeigen Teile des deutschen Unterbewusstseins, das in der politischen Sprache unseres Unrechtsbewusstseins präsent geblieben ist und Wirkungen zeigt. Eigene Erinnerungsgedichte ergänzen die Schriften. Im Sinne Jacob Grimms stellt Gellinek fest: Prosa stuft die Poesie und diese formt Stufen zur Prosa.
Show Summary Details
Restricted access

I. Einführung in das literarische Problem

Extract

I.Einführung in das literarische Problem

Als Jacob Grimm seine Abhandlung Von der Poesie im Recht 1816 veröffentlichte, stellte er die Behauptung auf, daß Dichtung und Recht letztlich aus einer Quelle fließen.

Der Verfasser wurde damit in einem rechtshistorischen Nachdruck von 1957 bekannt und glaubte bis voriges Jahr fest daran, das müsse eine romantische Fehlannahme sein. Jetzt im Alter hat er eingesehen, daß der junge Grimm mit seiner Grundannahme doch Recht hatte. Woran konnte man das festmachen? Eigene Gedichte ab 1961 standen mit des Verfassers politischen Essays, selbst wenn ihre Entstehungszeiten Jahre auseinander lagen, auf einmal vor dem geistigen Auge in einer inneren Beziehung und stehen es noch. Dies gilt es hier zu zeigen und an Beispielen darzulegen.

Meine frühen bis 1979 verfassten Gedichte und auch neuere, hier berücksichtigte, sowie von mir gesammelte politischen Essays über Rechts-, Staat- soder auch Gattungsprobleme wurden in einigen Fällen sogar Jahrzehnte getrennt. Eine neuere abschließende Gedichtsammlung brachte der agenda Verlag Münster 2012 heraus und es wurden parallel dazu, Essays zum Deutschen Elternland 2013 im gleichen Verlag, Stadtkultur und Kulturstadt Münster bei Böhlau 1990, Friedensessays zu Grotius und Goethe New York 1984, Essays zur Literaturkritik im europäischen Mittelalter Poznan 1980, rückwirkend aufgezählt, von mir vorgelegt. Ein zusammenfassender Vergleich beider Gattungen über auseinanderliegende Zeitepochen hinweg war mir bisher nicht in den Sinn gekommen. Nach einer verspäteten privaten Vergleichsstudie stellte sich jedoch überraschend der Einblick ein, der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.