Show Less
Restricted access

Der Erste Weltkrieg

Ostmitteleuropäische Einblicke und Perspektiven

Series:

Edited By Monika Kucner, Elżbieta Katarzyna Dzikowska and Agnieszka Godzisz

Der Band nimmt lokale Perspektiven des Ersten Weltkriegs, insbesondere der ostmitteleuropäischen Regionen, in den Blick. Die Beiträge berücksichtigen dabei besonders die multiethnische Gemengelage und die durch den Ersten Weltkrieg ausgelösten Konflikte in den regionalen Lebenswelten. Die Spannungen in den multiethnisch geprägten Gebieten ließen das bereits vor 1914 labil gewordene Gleichgewicht zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen nicht allein an der österreichisch-italienischen Grenze, sondern auch in vielen weiteren Gebieten Ostmitteleuropas aus der Balance geraten. Anders als im Westen Europas war die Heimatfront im Osten im Wesentlichen durch den Bewegungskrieg und zahlreiche Wechsel von militärischen Besatzern geprägt. Die Situation in den unmittelbaren Kampfgebieten und in der Nähe der militärischen Fronten unterschied sich somit deutlich von den Bedingungen an der Westfront.
Show Summary Details
Restricted access

Jude – Gefangener – Schriftsteller. Perec Opoczyńskis Erzählungen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Ein Abriss

Extract

.

Zum Autor

Der bislang nur einem schmalen Kreis von Forschern und Lesern der jiddischen Literatur bekannte Autor Perec Opoczyński1 wurde am 15. Oktober 1892 in Lutomiersk bei Lodz als Sohn eines Chassiden und Anhängers von Zaddik aus Góra Kalwaria geboren. Der Vater Beniomen Lejzer verband eine chassidische Frömmigkeit mit Interesse für die zeitgenössische säkulare Literatur und Kultur. Nach seinem Tod wurde der Junge von der Mutter zunächst zur Jeschiwa in Łask, und anschließend nach Kosowo in Litauen geschickt, wo er an der Talmudschule mit der Haskala-Literatur2 offiziell in Berührung kam und Russisch und Polnisch lernte. Aufgrund dieser modernen Bildung wurde er in seiner Heimatstadt apikors (Abtrünniger) genannt. Entmutigt verzichtete er auf den Religionsunterricht ← 187 | 188 → und beschloss ein Handwerk zu erlernen. In der Lehre beim Schaftmacher und im Baumwollgeschäft hatte er keinen Erfolg. Überall wurde ihm vorgeworfen, es sei nicht engagiert, habe keine praktischen Fähigkeiten und ziehe die Lektüre frommer und säkularer Bücher den ihm obliegenden Pflichten vor. Opoczyński unternahm daraufhin erneut den Versuch einer Ausbildung an der Jeschiwa. Er ging nach Frankfurt am Main, musste aber aus finanziellen Gründen nach Polen zurück. So gelangte er nach Kalisz, in eine Textilfabrik, und wohnte fortan in einer Kommune jüdischer Jugendlicher, die ebenfalls traditionellen chassidischen Familien entstammten, aber der säkularen jüdischen und nichtjüdischen Bildung und Kultur gegenüber offen standen.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.