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Der Erste Weltkrieg

Ostmitteleuropäische Einblicke und Perspektiven

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Edited By Monika Kucner, Elżbieta Katarzyna Dzikowska and Agnieszka Godzisz

Der Band nimmt lokale Perspektiven des Ersten Weltkriegs, insbesondere der ostmitteleuropäischen Regionen, in den Blick. Die Beiträge berücksichtigen dabei besonders die multiethnische Gemengelage und die durch den Ersten Weltkrieg ausgelösten Konflikte in den regionalen Lebenswelten. Die Spannungen in den multiethnisch geprägten Gebieten ließen das bereits vor 1914 labil gewordene Gleichgewicht zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen nicht allein an der österreichisch-italienischen Grenze, sondern auch in vielen weiteren Gebieten Ostmitteleuropas aus der Balance geraten. Anders als im Westen Europas war die Heimatfront im Osten im Wesentlichen durch den Bewegungskrieg und zahlreiche Wechsel von militärischen Besatzern geprägt. Die Situation in den unmittelbaren Kampfgebieten und in der Nähe der militärischen Fronten unterschied sich somit deutlich von den Bedingungen an der Westfront.
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Süd- und Südwestafrika in der deutschen Kulturpropaganda (1914–1918)

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1.

Als das Deutsche Reich mit dem Datum 3. und 4. August 1914 in den Krieg gegen Frankreich und England eintrat, suggerierte die deutsche Diplomatie im Hinblick auf das Schicksal der weißen Bevölkerung in den Kolonien, dass die Überseebesitzungen ihre Neutralität bewahren sollten. Man berief sich bei diesen Überlegungen auf die internationalen Abkommen in der Kongo-Frage bei der Westafrika-Konferenz aus dem Jahre 1885. Doch jede Illusion darüber, dass der Frieden gewahrt werden könnte, schwand angesichts der Tatsache, dass Deutschland selbst inkonsequent blieb: Man gab sich der Hoffnung hin, unter den neuen, nun mal gegebenen, geopolitischen Umständen seinen kolonialen Besitzstand erweitern zu können. Auch die kolonialen Ansprüche der Briten ließen wenig Hoffnung auf einen Frieden aufkommen.1 Die wenigen, zahlenmäßig schwachen deutschen Streitkräfte in den Kolonien waren kaum dazu geeignet, einen regulären Krieg zu führen, bestanden sie doch mehrheitlich aus Schutztruppen und Polizeikräften, in denen meist farbige Soldaten dienten. Befürchtungen löste darüber hinaus die Haltung der schwarzen Bevölkerung aus, die natürlicherweise die englischen und französischen Kräfte als Befreier von der deutschen Unterdrückung wahrnahm.2 Am 25. August 1914 gelangte das überschaubare Gebiet von Togo in die Hände der Alliierten, am 29. August wurde von den neuseeländischen Freiwilligen Samoa eingenommen, kurz darauf verlor das Deutsche Reich Neu Guinea und Mikronesien, und am 7. November 1914 übernahm Japan die Kontrolle über Kiautschou. Die letzten Verteidiger Kameruns ergaben...

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