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Der Erste Weltkrieg

Ostmitteleuropäische Einblicke und Perspektiven

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Monika Kucner, Elżbieta Katarzyna Dzikowska and Agnieszka Godzisz

Der Band nimmt lokale Perspektiven des Ersten Weltkriegs, insbesondere der ostmitteleuropäischen Regionen, in den Blick. Die Beiträge berücksichtigen dabei besonders die multiethnische Gemengelage und die durch den Ersten Weltkrieg ausgelösten Konflikte in den regionalen Lebenswelten. Die Spannungen in den multiethnisch geprägten Gebieten ließen das bereits vor 1914 labil gewordene Gleichgewicht zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen nicht allein an der österreichisch-italienischen Grenze, sondern auch in vielen weiteren Gebieten Ostmitteleuropas aus der Balance geraten. Anders als im Westen Europas war die Heimatfront im Osten im Wesentlichen durch den Bewegungskrieg und zahlreiche Wechsel von militärischen Besatzern geprägt. Die Situation in den unmittelbaren Kampfgebieten und in der Nähe der militärischen Fronten unterschied sich somit deutlich von den Bedingungen an der Westfront.
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Der Erste Weltkrieg in Osteuropa in den Reportagen von John Reed

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Anfang August 1914 begab sich der amerikanische Journalist John Reed als Korrespondent der New Yorker Zeitung Metropolitan Magazine nach Europa mit dem Ziel, eine Reportage über den Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu schreiben. Bis Februar 1915 hielt er sich in England, Frankreich, der Schweiz, Italien, Deutschland und Belgien auf. Nach wenigen Monaten Pause reiste er im April 1915 erneut nach Europa, um den Krieg auf dem Balkan zu schildern. Aus dieser Expedition, die bis Oktober 1915 dauerte, ging das im April 1916 herausgegebene Buch The War in Eastern Europe hervor, das mehrere Auflagen erreichte und zum Klassiker der englischsprachigen Literatur über Osteuropa wurde.1 Der Ausgabe aus dem Jahr 1999 wurde folgender Klappentext beigegeben: „Blut und Völkermord, Terror und Hunger sind die schreckliche Wirklichkeit auf dem gegenwärtigen Balkan“. Doch die 1915 begangenen Verbrechen, die Grausamkeit und Barbarei der Menschen gegenüber Menschen waren genauso abstoßend.2 Der Krieg in Bosnien in den 1990er Jahren lieferte demnach einen Vorwand für eine Neuauflage von Reeds Reportagen aus dem Ersten Weltkrieg. In Polen ist das Buch nach wie vor kaum bekannt und es gibt bislang auch keine Übersetzung ins Polnische.3 John ← 125 | 126 → Reed ist dort ausschließlich als Autor von Zehn Tage, die die Welt erschütterten4 bekannt, das mehrmals vor der Wende neu aufgelegt wurde und ein romantisch-abenteuerliches Bild des bolschewistischen Umsturzes im Jahre 1917 transponiert und glorifiziert sowie gleichsam zahlreiche Nachahmer inspiriert hatte.5 The War in Eastern Europe zusammen mit früheren publizistischen Texten zum Krieg...

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