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Die Gesellschaft der Menschen

Ihre Entstehung, Funktionsweisen und Zukunftsperspektive- Eine energetische Gesellschaftstheorie

Dietrich Droste

In seinem neuen Buch vermittelt der Autor mit historisch-soziologischem und zugleich naturwissenschaftlichem Zugriff die grundlegenden Funktionsweisen menschlichen Gesellschaftslebens. Dessen Entstehung und Funktionieren führt er an konkreten Beispielen aus Frühgeschichte, Geschichte und Gegenwart auf die zugrunde liegende Notwendigkeit dauernden Energieerwerbs aus der jeweiligen Umwelt des Menschen zurück. Wie dieser Energieerwerb in zunehmend naturfernem, einvernehmlichem Gütertausch erreicht wird, zeigt er an Beispielen gesellschaftlichen Lebens wie Freundschaft, Ehe, Nachbarschaft, Geselligkeit, Spiel, Sport, Religion, Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik in seiner innovativen Gesamtschau interdisziplinär auf.
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6 Die Gesellschaft der Menschen als deren einvernehmlicher Energieaustausch

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Der Soziologe und Philosoph Georg Simmel hat in seiner 1917 erstmals erschienenen Schrift „Grundfragen der Soziologie“ bereits darauf aufmerksam gemacht, dass Gesellschaft eigentlich durch „Wechselwirkungen“ zwischen Individuen zustande kommt und insofern „keine Substanz, nichts für sich Konkretes, sondern ein Geschehen“ sei.1 Diesem Konzept war, wie im Einleitungskapitel bemerkt, Niklas Luhmann in seiner Gesellschaftstheorie nur halbwegs gefolgt, ohne das gesellschaftliche „Geschehen“ wie Simmel als „Wechselwirkung“ der menschlichen Gesellschaftsmitglieder zu verstehen, was dem von ihm als „Kommunikation“bezeichneten „Geschehen“ seine energetische Motivation und kausale Verständlichkeit entziehen musste. Simmel sah demgegenüber mit seiner Erkenntnis von der – Gesellschaft überhaupt erst stiftenden – „Wechselwirkung“ zwischen Individuen bis hin zu seelischen Befindlichkeiten der Austauschpartner durchaus weiter und hatte mit dem von ihm gewählten Begriffsteil „-wirkung“ auch den der Energie schon fast ausgesprochen, insofern jedes Energiequantum ‚Wirkung‘ erzeugt.

Wir sehen in energetischer Fortbildung der Simmelschen Wechselwirkungslehre, die in den 1970er Jahren auch von Peter Michael Blau aufgenommen wurde2, menschliche Gesellschaftszellen durch reziproken Energieaustausch unterschiedlicher Gestalt entstehen und durch dessen Beendigung vergehen. Dabei sind, wie angesprochen, schon äußerst zarte Tauschakte wie etwa Blicke zwischen zwei dadurch voneinander beeindruckten Personen als Austausch psychischer Energie zu verstehen, durch den oft genug ein Liebes- oder auch späteres Ehepaar zusammengeführt und -gehalten wird, also eine durchaus ,handfeste‘ gesellschaftliche Einheit entstehen kann. Auch diese existiert aber letztlich in nichts anderem als einer Abfolge nun allerdings häufiger und vielfältiger Austauschakte, bei denen so unterschiedliche Formen von Energie ausgetauscht werden können wie außer...

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